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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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Wo in einer häuslichen Familie Kinder ohne Achtung undDankbarkeit gegen Ackern, Jüngere ohne Rücksicht gegen Er-wachsene, Dienstboten ohne Folgsamkeit gegen Herrschaften sind,

herrscht Zerrüttung, kehrt Verarmung und Unglück ein. Eben soist es in einem Lande, wo man Fürsten und ihre ersten Staats-diener, obrigkeitliche Personen, Feldherren und Hauptleute, Prie-ster und Lehrer zu Gegenständen der Verspottung macht; wo einStand eifersüchtig und schadenfroh die Rechte des andern schmälert^wo der Adel sich mit leerem Stolz gegen den Bürger, der Kriegersich mit übel angebrachter Rohheit gegen den Handelsstand, derGelehrte gegen den Handwcrksmann, der Stadtbewohner sichgegen den Bauer brüstet. Sie Alle sind Brüder, Unterthanendes gleichen Gesetzes, Untergebene des gleichen Fürsten, Kinderdes gleichen Gottes. Ihre verschiedenen Stände sind dasselbe,was die verschiedenen Stufen des Alters und der Brauchbarkeitunter Geschwistern in einer häuslichen Familie sind. Auch hierhaben die Erwachsenen, die Einsichtsvollern schon ihrer Naturnach gewisse Vorrechte gegen die Jüngern und Unerfahrnern.Aber diese haben dennoch für die Ackern gleichen Werth mitjenen. So soll denn, von Gott geordnet, eine Mannigfaltig-keit der Stände sein, daß Einer trage des Andern Last. JederStand ist in seiner Art nothwendig, jeder in seiner Art brauch-bar , jeder in seiner Art höchst ehrwürdig. Keiner könnte sicheroder glücklich ohne den andern bestehen.

Je mehr ein Volk in seiner inner» Ausbildung vorschreitet,je mehr Kenntnisse sich da sammeln, je allgemeiner der Wohl-stand wird, um so inehr wird sich auch die Verfassung und Gesetz-gebung des Landes vervollkommnen. Für rohe Barbaren sindandere Gesetze nothwendig, als für gesittetere Nationen. Hierwird mit Recht auf Abschaffung vieler Willkür und Grausamkeitgedrungen, die oft nothwendig sein kann, Halbwilde im Zaumzu haken. Die Verbesserung der Staaten und dasFreierwerden des Volks steht im gleichen Verhält-nisse mit dem allmäligen Aufwachsen der Kinderin einer Familie. Sie werden schonender, edler von denAckern behandelt, je inehr sie an Jahren zunehmen. Die Ruthe,

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