den Schmeichler verzogen, weil er ihnen aus den Thräncnleidender Untcrthanen Gold schuf; Rechenschaft über jedesungerechte, willkürliche Unheil, mit welchem sie das Gesetz ver-nichteten , das sie zur Sicherheit Aller heilig bewachen sollten;Rechenschaft über jeden Blutstropfen, welcher durch ihren Stolz,durch ihre Eroberungs - und Vergrößerungssucht mit ver-abscheuungswürdiger Gleichgültigkeit in ungerechten oder auchnur unvorsichtigen Kriegen vergossen wurde.
Auch der mächtigste der Fürsten ist, gleich dem geringstenseiner Unterthanen, der ewigen, geheimnißvoll wirkenden Ord-nung unterworfen, in welcher sich die Welt bewegen muß.Auch unter den Juwelen der Krone wohnt die Angst und dieReue; auch unter dem Purpur regt sich ein strafendes Gewissen.Wohl sah die Welt schon Tyrannen; aber sie sah auch mitSchaudern mehr als ein Strafgericht über dieselben ergehen.
Nur Du, Gott, Beherrscher der Unendlichkeit, Allmächtiger,vor dem sich zahllose Welten beugen, nur D u bist Herr; nurDu richtest die Thaten der Regenten gerecht und die Thaten derVölker! So will ich in Dcmuth schweigen, und mich nicht ver-messen, in meinem engen Wirkungskreise über Diejenigen hinweg-zuschauen , welche Du über mich gestellt hast. Wehe mir, viel-leicht würde ich noch fehlbarer sein, als sie, wenn D u mir stattder glücklichen Wohnung des Bürgers die glänzende Unruhe desThrones gegeben hättest!
Warum sollte ich den Lauf der Weltbegebenheiten mit frechemVorwitz tadeln, da nicht Einer, da nicht Tausende dieselben nachWillkür behandeln und leiten können, sondern da Du es bist,Allweisester, der in seiner Vorsehung befiehlt, was werden soll?Die Verschwörung aller Fürsten, aller Völker, die verbundeneMacht des ganzen Erdballs vermag nichts gegen Deine Vorher-bestimmung. Ein geringer, zufällig scheinender Umstand ver-wandelt plötzlich die Gestalt aller Dinge, und die da im thörichtenEigendünkel sprechen: ich bin Herr! sind nur Deine geringstenWerkzeuge. ^