Druckschrift 
1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
335
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Z6.

Die häusliche Familie und der Staat.

Gal. 6/ 2 .

Jedem ist hier seine Arbeit angewiesen/

In der Hütte/ wie auf goldnem Thron;

Und der groß« Hausherr reichet jedemSeiner Knechte den verdienten Lohn.

Keine Hoheit kann Dein Auge blenden/

Denn vor Dir/o Gott/ist Alles gleich;

Keine That kann sich vor Dir verberge»/

Denn Dein Blick durchschaut das Geisterreich.

O so laß mich treulich denn vollbringenJede Pflicht/ die Du mir auferlegt!

Laß mich Samen streuen, der noch drübenLohnend mir des Lebens Früchte trägt!

du den bewundernswürdigen, weisen Einrichtungen Gottes fürDas menschliche Geschlecht gehört auch die Stufenreihe aller Ord-nungen in der Natur und im Leben. Es ist da kein plötzlicherSprung von Einem zum Andern, sondern ein allmäliger Ueber-gang. Eins bereitet gleichsam das Andere vor. In dem Klein-sten erblicken wir schon gewissermaßen das Größere; aus demBekannten ahnen wir schon die Beschaffenheit dessen, was unsnoch unbekannt ist.

Diese stufenweise Ordnung erleichtert dem Menschen sowohldie Uebersicht der ihn umgebenden Dinge in der Welt, als auchDie Erkenntniß derselben. Was er in einer Sache erlernte, ist ihmschon wieder für die andere nützlich und brauchbar. Was er imKleinen sah und machte, hilft ihm nachher bei größer» KräftenLm Großen fort. Ja, seine ganze Erziehung, von der Wiegean, ist ein solch allmäliges Fortschreiten vom Leichtern zumSchwerem, vom Einfachen zum Zusammengesetzten, vom bloßenTheil zum Ganzen.

Der Sterbliche ist von Gott bestimmt, mit Seinesgleichenzu leben, und nicht in der Einsamkeit. Alle Menschen sind ihrerNatur nach verbrüdert und Kinder eines Vaters. Durch gemein-schaftliches Beisammensein, wo man sich gegenseitig belehren,rachen, schützen und helfen kann, werden allein die göttlichen