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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
333
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lagen, gegen Auflagen, die einem fremden Fürsten entrichtetwerden mußten.

Als aber eines Tages die Pharisäer zu dem Göttlichen traten,und ihn fragten: Jst's auch Recht, daß man dem Kaiser imentfernten Rom Zins und Abgaben entrichte? ließ er sich ihreZinsmünzcn zeigen, und sprach: Wcß ist das Bild und dieUnterschrift? Und da sie antworteten: Des Kaisers! riefJesus: Nun denn, so gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist,und Gott, was Gottes ist! (Matth. 22,'2t.)

So äußerte sich mit Ehrfurcht der Gottmcnsch über irdischeRegenten; so sollen auch wir, die wir uns mit Christi heiligemNamen schmücken. Dieses Wort, welches er zu den Pharisäernsprach, es ist auch zu uns gesprochen.

Und so erkenne ich, daß ich als Christ selbst in solchen An-gelegenheiten Uebels verhüten, Gutes leisten könne, wo ich ver-möge meines Berufes und Amtes keinen eigentlichen, immer-währenden oder unmittelbaren Einfluß habe. Es ist im Lebennichts so wichtig, nichts so scheinbar gering, wo mir nicht meineReligion den wohlthätigften Weg vorzeichnen könnte. Selbstin den freundschaftlichen Kreisen, in der Mitte meiner Ver-trauten und Bekannten, darf ich mich meinen leidenschaftlichenGefühlen über das, was unter den Völkern geschieht, nichtsorglos hingeben. Selbst da muß ich meine Ehrfurcht fürRegenten nicht vergessen; selbst da darf ich die wahre Bescheiden-heit nicht verlaugnen, die den Christen überall schmückt, er steheöffentlich vor dem Volke, oder theile seine Empfindungen einemvertrauten Herzen mit.

Nicht ich soll richten; Gott richtet die ungerechten Fürsten.Hoch ist unter den Sterblichen ihr Amt, furchtbar schwer ihreVerantwortung vor dem König der Könige! Er ist's, dervon ihnen Rechenschaft nimmt über die Verwaltung des ihnenhienicden vertrauten Gutes; Rechenschaft über die Verschwen-dung ihrer Tage in üppigem Wohlleben, die er ihnen gab, fürdie Ruhe von Millionen zu sorgen; Rechenschaft über den Leicht-sinn , mit welchem sie ihre Beamten ernannt haben, und wo sieden rechtschaffenen, den einsichtvollen Diener verachteten, und