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Nebelbild, verloren, und Niemand begreift, wie er zu dem Wahn-sinn gerathen sei.
Dies ist die Geschichte vieler.Unglücklichen in vergangenenJahren; dies die Wirkung der unbedachtsam geführten Unter-haltungen über Ereignisse der Zeit, über Handlungen derRegenten; dies das Werk jener Vorlauten und Leichtsinnigen,die da sagen: Unsere Zunge soll überhand haben; uns gebührtzu reden; wer ist unser Herr? (Pf. 12, Z.)
Wie in allen Gelegenheiten des Lebens, bei der wichtigstenund dc.r geringsten, der Schüler Jesu auch die WeisheitJesu üben muß, so denn auch hier. Er kann, soll nicht immerschweigen. Er soll Theil nehmen an jeder Unterhaltung. Erwird oft genöthigt, sein Urtheil zu äußern.
Wenn er aber dieses Urtheil über Sache der Völker, über Ver-fügungen der Obrigkeiten, über Thaten der Regenten zu fällenhat, so thue er es mit eines Christen würdiger Bescheidenheit.
Diese Bescheidenheit entsteht nicht nur aus der Achtung gegenObrigkeiten überhaupt, als welche zu betrachten sind als wie vonGott eingesetzt — denn alle obrigkeitliche Gewalt ist göttliche Ord-nung, zum Schutz, zur Sicherheit der Menschen (Röm. 13,1) —sondern auch aus der Uebcrzeugung von der Unsicherheitunsers Unheils, von der Beschränktheit unserer Einsichten,entspringt jene Bescheidenheit des wahrhaft Weisen.
Denn ihm ist mit Nichten unbekannt, wie schwer es sei, nurdie Handlungsart vwr Seinesgleichen, das Betragen seinesNachbars gehörig zu würdigen. Wie oft haben wir uns in demBenehmen unserer vertrauten Bekannten geirrt, wie manchmalihre Schritte getadelt, bis wir von allen Umständen hinlänglichunterrichtet waren! Erst, wenn wir die Ursachen alle erfuhren,warum sie so und nicht anders thaten, oder oft wider ihrenWillen verfahren mußten, erst dann fanden wir sie gerechtfertigt,oder doch vollkommen entschuldigt. Erst dann sahen wir ein,daß wir gefehlt hatten, daß wir sie mit unreifer Erkenntnißallzuvoreilig verdammt hatten.
Sind wir nun schon in Gefahr, die Handlungen unsererBekannten falsch zu beurtheilen, um wie viel mehr, wenn wir die