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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
327
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ein Volk die andern Völker zu seinem Wohlstände, zu seinerGlückseligkeit entbehren. Sie sind unter einander nur größereFamilien, die auf dem Erdball beisammen wohnen, und in ver-schiedenen Sprachen und Weisen Gott als den Vater Alleranbeten und verehren.

Darum ist es nicht nur verzeihlich, wenn wir uns in freund-schaftlichen Zusammenkünften über das Wohlergehen oder überdie Leiden nahe oder entfernt wohnender Völker unterhalten,sondern diese Theilnahine ist selbst löblich. Es betrifft das Wohlund Weh unserer Mitbrüder, es betrifft unser eigenes Glückoder Unglück, von dem wir sprechen. Denn kein Glied desKörpers kann leiden, ohne daß es nicht vom Ganzen empfundenwürde. Das Ganze kann keinen Druck erleiden, ohne daß nichtauch der Theil etwas- von dem allgemeinen Schmerz empfinde.

Je gewöhnlicher nun solche Unterhaltungen find, um somehr muß der Christ auch bei ihnen darauf bedacht sein, daß ersich als würdiger Jünger Jesu betrage. Auch diese Unter-haltungen können Anlaß zu mancherlei Fehden und Ver-unglimpfungen geben, ja, sie können oft in bedenklichen Zeitend»'e Quellen vieles Unheils, bürgerlicher Zwietracht, öffent-lichen Verderbens werden.

Nur mit allzugroßcm Leichtsinn wird da oft das Lob undder Tadel über die Handlungen der Fürsten und Obrigkeitenausgesprochen. Nur allzuhäufig pflegt man mit Unbarmherzig-keit die Verfügungen der Regenten zu richten, oder sie mit Spottzu überhäufen. Dadurch wird das Herz gegen diejenigen erkältet,welchen wir Treue geschworen haben; dadurch wird allmälig dasGefühl der Ehrfurcht gegen diejenigen ausgelöscht, welche vonGott Macht empfingen, für unser Wohl mit väterlicher Liebe zusorgen. Und was ist das Gesetz ohne freudigen Gehorsam derUnterthanen? Was ist der Fürst ohne das Vertrauen seinesVolkes? Was ist das Vaterland, wo der Bürger seine Obrigkeitverachtet, und die Obrigkeit keine Zuversicht und Liebe zu ihrenUntergebenen hat? *

Nur zu oft pflegen dergleichen Unterhaltungen in furcht-samen Gemüthern übertriebene Besorgnisse und Aengstigungen