Psalm 12, 5.
Wer herrscht, wer Fürst, wer König ist,
Der wisse, daß Du Richter bist!
Wer Macht hat, wisse, sein BerufSei von der Macht, die All' erschuf.
Er, wie der Unterthan, Dein Knecht,
Sei, Gott, Dein Bild, wie Ku gerecht;
Er soll sich unscrm Glücke weih'n,
Der Segen guter Völker sein!
Du aber leitest wundervoll,
Allweiser, was geschehen soll;
Und immer ist's, so schwer's auch fällt,
Das Heil der Welt und Enkelwelt.
Ein großer Theil der gesellschaftlichen Unterhaltungen betrifftdie merkwürdigen Ereignisse unserer Zeit. Wohin wir kommen,vernehmen wir von denselben. Mancherlei Urtheile werden dannüber'Unterthanen urid über die Thronen gefällt; Wahrheitenund Unwahrheiten, Vermuthungen und Gewißheiten drängensich durch einander. Oft geben Unterhaltungen von dieser Artreiche Belehrungen, oft Zwietracht, oft Besorgniß und Unruhe.
Nicht bloß die Neugierde ist es, welche den Gesprächen überwichtige Begebenheiten den besondern Reiz verleiht; auch nichtdarum allein werden solche besonders geliebt, weil ste die Be-schäftigung des Verstandes besonders befördern, und in Gesell-schaften den Umtausch der Gedanken und Meinungen lebhaftermachen: nein, es ist das Gefühl, daß die Geschichte jeder Stadt,jedes Dorfs, jeder Familie zuletzt in stärkerin oder schwächerinZusammenhänge mit der Glücks- oder Unglücksgeschichte dergrößten Völker steht.
Obwohl die Völker der Erde durch Meere, Ströme undHochgebirge von einander getrennt leben; obwohl sie alle ihrebesondern Sprachen uno Einrichtungen haben: sind sie doch miteinander durch, ihre gegenseitigen Bedürfnisse verbunden. Sowenig ein einziges Haus in einer Stadt für sich allein bestehnund die übrigen allesammt entbehren kann, eben so wenig kann