325
Gelassenheit auf dem Gipfel des Glückes, durch deine Besonnen-heit in allen Handlungen, welche Macht, welche selig undweise machende Kraft die Religion Jesu gewährt.
So der Christ im Verhältnisse zu den Zeiten. Sie mögenwechseln, sein Herz bleibt sich gleich — und unwandelbar, wiedies Gott und der Tugend treue Herz, bleibt ihm die Huld desAllerhöchsten. Der Mensch macht unglückliche Zeiten, nicht die 'Zeit macht unglückliche Menschen!
So will ich denn auch in diesen Tagen vorsichtig wandeln,nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen. Vertrauensvollauf Dich, mein Gott, mein Beschützer, mein Hort, hin-blickend, will ich nie den Muth sinken lassen, so furchtbar auchdie Verhängnisse sein mögen, welche mein Vaterland, mein Haus,meine Lieben und mich treffen können. Habe ich nur ein reinesHerz und einen guten heiligen Geist: o so kann kein Unglückmich ganz erdrücken; so bist Du, Vater der Leidenden, meineHoffnung, mein Schild, mein Schutz.
In welchen schrecklichen Verhältnissen wandeltest Du,' oJesus, Freund meiner unsterblichen Seele, in Deiner Mensch-heit auf Erden! Waren sie minder traurig, minder verderbt,als diejenigen, in welche mich mein Schöpfer berief? — Nein,du Heiliger, Du warst der Verfolgteste, der Verachtetste; Duwußtest oft nicht, wohin Dein Haupt legen; und dennoch warstDu nicht der Unglücklichste. Mitten in des Lebens Nöthen bliebDir Heiterkeit; denn der Weise, der Gerechte trägt immerdarden Himmel in seinem Herzen, und ist unabhängig vou denäußern Ereignissen. Du warst von Sündern umgeben; sie ver-riethen Dich, schleppten Dich zum Kreuzestode; — ach, umunserer Sünden willen littest Du, aber Dein Muth, DeineFreudigkeit wich nicht von Dir.
O Gottesgeist, o Gottesmuth, verlaß' auch mich nicht indiesen Zeiten. Jesus, ich folge Dir! Auch ich will, als DemJünger, einen guten Kampf kämpfen und meinen Lauf voll-enden. Herr, hilf! Herr, laß wohlgelingen! Amen!