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und Sitten, und mit diesen die guten und bösen Neigungen der-Menschen. Wären die Sterblichen immerdar in Lastern vor-geschritten, hätte nicht das Gute immer noch von jeher dem BösenDas Gegengewicht gehalten: wahrlich, diese Welt wäre schon ver-ödet, gleich einer Mördergrube; unsere Tempel wären Schutt-haufen; unsere Reiche wären aufgelöset; es wäre kein Gesetz,keine Ordnung, keine Treue, keine Liebe, keine Sicherheit mehr.
Wie nun aber auch die Zeiten beschaffen sein mögen: immerhaben sie ihre Vortheile und Nachthcile, ihr Annehmliches undihr Uebel, so wie dies schon mit dem Lebensalter jedes einzelnenMenschen der Fall ist. So ist das Alter des Kindes vollerFreuden, aber auch reich an Thränen; so hat der Mann größereVorzüge und mannigfaltigem Genuß, aber auch Sorgen undUebel, die er als Kind nicht kannte; so hat der Greis seinestillen Freuden, aber auch seine Beschwerlichkeiten. Dies ist einedurch Gottes Weisheit verfügte Nvthwendigkeit.
Und wie die Zeiten auch immer beschaffen sein mögen, auchwenn sie noch so trübe sind: der Christ soll nie den Muth ver-lieren. Je böser Die Zeit, je besser sei der Mensch! Darum sehetnun zu, ruft uns Paulus der Apostel zu, wie er es einst vorbeinahe zweitausend Jahren seinen Christen in Ephesus zurief:sehet nun zu, wie ihr vorsichtig wandelt, nicht alsdie Unweisen, sondern als die Weisen; und schicketeuch in die Zeit, denn es ist böse Zeit. (Eph. 6,15.16.)
Das wahre Kennzeichen des Weisen ist also: in bösenZeiten vorsichtig wandeln, das heißt, sein Leben also ord-nen, daß uns die Uebel der Zeit nicht unterdrücken können, ihreLaster nicht uns ergreifen, ihre Gefahren nicht uns verderben.
Darum, je schlimmer die Zeitumstände werden, je höhernMuth fasse du, o Christ, ihnen mit Ernst und Kraft zu begegnen.Wer ganz oder zum Theil in bedrängten Lagen des Lebens denGlauben und Muth verliert, der ist schon verloren. Er kanndem Ungemach nicht mehr die ganze Stärke seiner Kräfte ent-gegenstellen, welche ihm durch die Furcht geraubt worden sind.Wirf deine Sorge auf den Herrn, richte dein felsenfestes Ver-trauen auf ihn: er ist dein Hort, dein Schutz, dein Schild. Verlaß