Druckschrift 
1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
309
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Wer hoffnungsvolle Kinder haben will, muß sic eist dazuerziehen; wer Freunde haben will, muß sie erst gewinnen; wergutartige, anhängliche Dienerschaft verlangt, die das Wohl undHeil der Familie als ihr eigenes lieben soll, muß sie durch seinweises Betragen bilden und an sich fesseln. Es ist nicht sooft die Schuld des Gesindes, wenn es nichts taugt, als dieSchuld der Herrschaft, wenn sie Leute, die gewöhnlich so vielund so wenig Fehler haben, wie wir Alle, nicht tauglich zumachen weiß. Man kann mit einiger Zuverlässigkeit daraufzählen, daß in einer Haushaltung, welche das Gesinde oftabändert, entweder der Hausvater untauglich ist, oder dieHausmutter gute, friedliche Ordnung zu handhaben und dasWohlsein aller Untergebenen zu bereiten unfähig ist.

Ihr Herren, was recht und gleich ist, das beweisetden Knechten, sagt die heilige Schrift, und wisset, daß ihrauch einen Herrn im Himmel habet. (Kol. 4, 1.) In diesenwenigen Worten liegt die ganze Kunst eingeschloffen, ein gutes,treues, anhängliches Gesinde zu erhalten. Behandelt eueredienenden Hausgenossen als Menschen, die euch zwar ihreDienste um Lohn und Brod verkauft haben auf gewisse Zeit,übrigens aber, als Menschen, euch gleich sind; die gute undüble Eigenschaften besitzen, wie ihr, und mit Recht fordern,daß ihr sie als Menschen behandelt, nicht als willenlose Werk-zeuge, nicht als duldsame Thiere, an denen ihr ohne Umständecuern jedesmaligen Launen freies Spiel lassen könnet. Fordertnicht, daß sic vollkommener sein sollen, als ihr selbst seid. .Denket euch in ihre Lage lebhaft hinüber, und was ihr an ihrerStelle selbst leisten würdet; oder wie euch zu Muthe wäre,wenn euch eure Herrschaft behandelte, wie ihr die, welche euchdienen. Vergesset nicht, daß ihr einen Herrn im Himmel habet!Wie betraget ihr euch gegen ihn, mit welcher Nachsicht verfährter gegen euch! So seid denn gegen die Eurigen, wie Gottgegen euch: langmüthig, mit Liebe warnend, mit Liebestrafend, mit Liebe noch öfter lohnend.

Gleich bei der ersten Aufnahme eines Gesindes in unfernhäuslichen Kreis wird gewöhnlich der Fehler begangen, daß