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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
308
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ähnlich sein mochten. Daraus entsteht bei den Dienstleuten jeneMischung von Vornchmthun und Niedrigkeit, von Bildung undRohheit, welche diesem Stande ganz besonders eigen zu seinpflegt. Sie werden Nachäffer ihrer Gebieter und Gebieterinnen;man erkennt an jenen, wie diese gewöhnlich sind. Auf, demLande findet man das Gesinde gemeiniglich grob, unreinlich,Trägheit liebend; in bürgerlichen Haushaltungen klatschhaft,genäschig, widersprecherisch, launisch; in den Häusern derhöhern Stände grob gegen Geringere, kriechend gegen Vor-nehmere, prahlerisch, verschmitzt, gewandt, religionsspötterischund betrügerisch.

Schon daraus läßt sich abnehmen, daß die dienende Klassedes Volks gewöhnlich nur ist, was die Herrschaften ausihr machen; daß Untugenden der Befehlenden durch Nach-ahmungssucht zu Untugenden der Gehorchenden werden; daßfolglich die Herrschaft sehr gut sein muß, wenn sicsich des Glücks theilhaftig machen will, guteDienstboten zu haben.

Das Hausgesinde ist ein zu wichtiger Bestandtheil derFamilie, als daß nicht jeder Hausvater, jede Hausmutteres für einen wahren Segen halten sollte, von rechtschaffenen,zuverlässigen, treuen Personen bedient zu werden. Denn anihrem Fleiße, an ihrer Rechtlichkeit, an ihrer freundlichenFürsorge und Vorsicht ist manches Ersparnis« und oft die ganzeAufrechthaltung des Vermögens geknüpft. Von ihrer Ver-schwiegenheit und Gutmüthigkeit hangen nicht selten häuslicheGeheimnisse ab, die man ihnen nie ganz verbergen, und dochauch nicht ohne Schaden allen Fremden wissen lassen kann.Ihre Sittenreinheit oder Lasterhaftigkeit übt den wesentlichstenEinfluß auf die Erziehung unserer Kinder, von denen wir sieniemals ganz zu trennen vermögend sind. Ihr Beistand, ihrePflege in unfern Krankheiten, ihre Anhänglichkeit bei Unglücks-fällen des Hauses ist unschätzbar, oft das größte Glück derHerrschaften. Wissen wir nicht, daß schon Personen, wenn sievon allen Freunden verlassen waren, noch Trost und Rettung,durch ihre treuen Diener empfingen?