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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
307
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und Lieben einschli'eßen : so verursacht doch schon das nahe undbeständige Beisammenleben mit ihnen unwillkürlich einen engernVerband. Es entstehen gegenseitig in tausend kleinen Verhält-nissen und Anlässen zu viel Berührungspunkte, als daß wir dieAufgenommenen lange als Fremde betrachten könnten. Sie sehenin das Innerste unserer Umstände, unsers Umgangs, unsererLebensart hinein; sie erblicken uns in allen jenen trautenGewohnheiten, in jenem zwanglosen Sein, das wir nicht einemfremden Auge zum Schauspiel geben möchten, und worin wiruns gern kleine bequemliche Nachlässigkeiten gestatten wollen.Die Personen also, welche wir berechtigen, Zeugen davon zusein, scheinen dadurch mehr oder weniger in Vertrautheit mituns gesetzt zu werden. Um so schlimmer, wenn sie dieses Ver-hältnisses nicht würdig sind; wenn sie durch böse Gemüthsartoder durch Unvollkommenheiten anderer Art die Zufriedenheitdes häuslichen Lebens verderben.

Wirklich ist das Klagen über schlechtes Gesinde etwas sehrGewöhnliches. Gibt man aber auf den Grund der gegen diebienenden Hausgenossen geführten Beschwerden wohl Acht, sowird man bemerken, daß der Verdruß über sie nie so sehrwegen allfälliger Ungeschicklichkeit, als wegen der in ihnen vor-herrschenden Gemüthsfehler entsteht. Man verzeiht jene oftgern, wenn diese dafür durch Tugenden ersetzt werden, dieZutrauen und Liebe einflößen.

Dienstleute sind, weil sie solche sind, aus der Zahl desärmern Volks. Sie müssen, um sich auf anständige oder bequemeWeise zu ernähren , einen Theil ihrer persönlichen Freiheit füreine Zeit lang verkaufen. Sie bringen die dem ärmern Volkeigenthümlichen Fehler, in geringerer oder größerer Menge, mitsich in den Kreis ihrer Herrschaften; aber auch vielerlei guteEigenschaften, die dem Wohlhabenden oft mangeln.

Doch im Umgang mit reichern Personen, deren Wohlstandund Ansehen den Dürftiger« leicht das höchste Gut der Erden-wclt scheinen mag, legen sie gewöhnlich die rohen Eigenschaftenihrer Herkunft ab, oder mildern dieselben, indem sie den Tonund die Denkart ihrer Herrschaften nachahmen, welchen sie