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Hier ist es, wo der Nachfolger Jesu nicht den irrendenSchritten des großen Haufens folgt; hier ist es, wo der bessereund weisere Mensch Jesu Christi Befehle einem falschen Ehr-geize vorzieht; hier ist's, wo er mit dem göttlichen Gesetzgeberder Geisterwelt spricht: „Wer da will der Vornehmste, derRuhmwürdigste, der Edelste sein von Allen, der sei der AndernDiener; gleich wie des Menschen Sohn nicht gekommen, daß erihm dienen lasse, sondern daß er diene, und gebe sein Lebenfür Viele." (Matth. 20, 28.)
Die gegenseitige sich oft und traurig äußernde Verachtungder Stände ist dem Geiste Jesu, dem Sinn meiner beseligendenReligion widerstreitend. Thut Ehre Jedermann! — so sprichtdas göttliche Wort zu meinem Herzen! — Habet die Brüderlieb! Fürchtet Gott! Ehret den König! (1. Petri 2, 17.) —Ein jeglicher sei gesinnt, wie Jesus Christus auch war,welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er cs nichtfür einen Raub, Gott gleich sein, sondern äußerte sich selbst,erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zumTode am Kreuze. (Phil. 2, 5 — 8.)
Es gibt keine Sünde, die nicht den Tod gebiert. Auch dieVerachtung der Stände, dies Verbrechen gegen den Friedendes geselligen und bürgerlichen Beisammenlebens, bringt früheroder später, aber immer, ihr Verderben zur Welt. — Sie er-zeugt die Feindschaft der Einzelnen gegen Einzelne, die einenGott, einen Christum kennen, ein Gesetz, ein Vaterland,einen Fürsten, ein Ziel mit einander gemein haben. Sieerweitert, zum endlichen Nachtheil Aller, zum endlichen Unter-gang der öffentlichen Glückseligkeit, die Kluft, welche Menschenvon Menschen, Brüder von Brüdern scheidet. Sie reißet Herzenvon einander, welche sich außerdem geliebt und beglückt habenwürden; sie wirft der Zwietracht schwarzen Samen in vormalsfrohe Wobnungen; sie schafft Feinde aus Menschen, die einandernie kannten, und führt sie voller Erbitterung gegen einander,die sich zuvor nie wehe, nie wohl gethan.
Die gegenseitige Verachtung der Stände, die thörichte, die ,furchtbar verderbliche Suckt, sich von einander zu unterscheiden