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oder auf andere Weise, indem er vielleicht ein Wohlthätcr derMenschheit ward durch nützliche Entdeckungen, oder durch seineKenntnisse, oder durch Anstalten, vermittelst welcher viele seinerNebenmcnschcn Verdienst und Nahrung fanden. Eben so sind wirgewohnt, einen ausgezeichnet tugendhaften Mitbürger zu ehren;denn er hat schon Stufen der Vollkommenheit erstiegen, zu welchenwir erst emporstreben. Wir bewundern den Großmüthigen, welcherseine Feinde mit Güte überhäuft, während es in seiner Gewaltstand, sie zu vernichten. Wir bewundern den Edeln, welcher seineganze Lebenszeit in Sorge und Noch, oft im Mangel verlebt, nurum andere Menschen durch sein nützliches Bemühen zu beglücken.
Im gewöhnlichen Leben aber pflegen wir auch selbst solchenPersonen eine wenigstens äußerliche Achtung zu bezeugen,welche durch zufällige Verhältnisse große Vorzüge bekommen.Denn an sich selbst verdient wohl kein Mensch geehrt zu werden,weil er reicher ist, als ein anderer; weil er kostbarere Kleiderund Wohnung besitzt; weil er, statt in niederer Hütte des Land-manns, im Palast des Fürsten geboren ward. Hier ist unsereAchtung mehr den Gütern gewidmet, als derjenigen Person,welche sie besitzt. Doch auch diese Art Hochachtung ist billig.Es ist anständig, daß wir denjenigen, welche Gott in einenmächtigen Wirkungskreis stellte, Hochschätzung beweisen, wodurchwir sie aufmuntern, die ihnen vom Scköpfer verliehenen Mittelauf die weiseste und menschenfreundlichste Weise anzuwenden.
Aber tadelnswürdig ist es dagegen, wenn wir nur denjenigenEhrfurcht bezeugen oder Achtung, welche höher stehen, als wir,und wenn wir dagegen Geringschätzung gegen diejenigen Personenbeweisen, welche im bürgerlichen Leben nicht Unsersgleichen sind,oder einige Stufen tiefer stehen, als wir. — Hochachtung gegenJedermann ist die Aeußcrung einer der liebenswürdigsten meinerChristentugcnden, nämlich derBescheidenheit. GeringschätzungAnderer aber deutet auf den in mir wohnenden Stolz.
Jeder nützliche Bürger im Vaterlande hat das Recht, Werth-schätzung von seinen Mitbürgern, von Hohen und Niedern, zuverlangen. Es ist kein Handwerk, kein Gewerbe so niedrig, keinAmt so hoch, es hat im Lande seinen Nutzen. Es g'bt keinen