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Hochachtung vor jedem Stande.
t. Petri 2, 17.
Von Dir in diese Welt gerufen/
Steh'n/ Schöpfer/ alle Menschen hier/
Auf höhern und auf niedern StufenDer Kräfte / die Du gabst/ vor Dir/
Nie gleich einander an Gestalt/
An Neigung/ Ständen und Gewalt.
Wer eitler Ehre gern entbehret/
Und Tugend am Geringen gernErkennt und schätzt und ehrt/ der ehretDer Niedrigkeit und Hoheit Herrn.
Wohl/ wohl ihm; denn BescheidenheitHst aller Stände Herrlichkeit.
Hetzer Sterbliche hat hienieden seinen Werth. Und so ungleichauch Gott die Güter des Glücks unter seine Kinder vertheilt, sindsie darum nicht minder alle seine Kinder, sind sie darum nicht-minder alle vor Gott meine Brüdcr. Einst verlieren sie dieseGlücksgüter. Dann stehen die Seelen wieder in ihrer ursprüng-lichen Gleichheit da.
Ich bin daher jedem Menschen schon deswegen, daß erMensch ist, Achtung schuldig. Und wenn er der Aermste, derElendeste wäre, wenn er nichts hätte, kein Obdach, keine. Nah-rung, keinen Freund: er ist Mensch, er ist mein Miterschaffencr.So wie ich für mich selbst, ohne Rücksicht auf mein Vermögen,auf meinen Stand, auf meine Geschäfte, schon als MenschAnspruch auf die Achtung von Meinesgleichen mache: so hat sicauch Jeder von mir zu fordern.
Je mehr Vorzüge ein Sterblicher erworben hat, je mehrAchtung verdient er allerdings. Denn es liegt in unserer Natur,daß wir das Bessere, das Vollkommnere hochschätzen, weil wirAlle nach Vollkommenheit ringen.
Daher genießt derjenige unsere Ehrfurcht in vollem Maße,der sich Verdienste um das Vaterland erworben hat, sei es durchTapferkeit auf dem Schlachtfelde, wo er sein Leben daran wagtefür das Wohlergehen und zum Schutze seiner ruhizrn Mitbürger,