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nicht zugleich Gekehrte sein, Bücher schreiben, oder Rathsstellenbekleiden. Besaßen sie feine Urtheilskrast, Klugheit, Kenntnis,Geistesgegenwart mehr denn Andere: so wandten sie alle dieseEigenschaften zur Erhebung ibres Gewerbes an. Der wardder Vornehmste, der die vortrefflichste Arbeit lieferte; der wardder Angesehenste, und genoß das allgemeinste Vertrauen, derunter ihnen der Rechtschaffenste und Ehrlichste war; der wardder Reichste, welcher im Hauswesen am einfachsten und genüg-samsten, bei der Arbeit aber am frühesten auf, am spätestendavon war. Diese Verständigkeit machte aus schlechten Zeitengute Zeiten, aus Wenigem viel.
Dagegen erblicken wir heutiges Tages hin und wieder ebenbei denen, welche die vortrefflichsten Geistesgaben zu besitzenglauben, die größte Verkehrtheit und Unfähigkeit des Verstandes.Sie lernen in ihrer Jugend allerlei, aber das am wenigsten,was zur Verbesserung ihres Gewerbes dienen kann. Sie beschäf-tigen sich neben ihrem Handwerk mit Nebendingen, worüber siedie Vervollkommnung ihrer Kunst vernachlässigen, und Andernden Vorzug überlassen müssen. Sie wollen reich werden, abernicht dazu den ersten Schritt thun; der erste Schritt zur Wohl-habenheit heißt Genügsamkeit bei Fleiß. Wohl aber sieht mansie reich thun, ohne reich zu sein. Sie wollen Pracht im Haus-geräthe, Zierlichkeit in Kleidern, Wohlleben bei Tische, alle Tagekostspielige Erholungen nach der Arbeit. Dazu reicht nicht immerder Verdienst ihres Fleißes hin; sie fangen an, ihre Waarerheurer zu geben, und man geht von ihnen; sie liefern schlechtereWaare, und man kauft sie nicht; sie versuchen Betrug, und ver-tieren das Zutrauen. So entsteht Armuth statt Wohlstand, unddas thörichte Klagen über schlechte Zeiten nimmt überhand. DieZeiten nicht, sondern die Menschen sind schlecht. Wer einfachlebt, immer weniger ausgibt, als verdient, daher wohlfeilerarbeiten kann, hat den meisten Verkehr; wer den meisten Ver-kehr hat, kann die bessere Waare liefern; wer gute Waare gibt,-chat nicht Ursache zu Betrügereien, Verfälschungen und Ueber-vo »Heilungen seine Zuflucht zu nehmen.