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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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Schon die Erziehung, welche viele Handwerksleute ihrer»Kindern geben, pflanzt bei diesen Unzufriedenheit in ihremStande. Sie genießen in den Jugendtagen ein bequemes Wohl-leben, gehen zierlich geputzt einher, und werden zu einem Auf-wand gewöhnt, den sie nachher, wenn sie ihn durch den Gewinnihrer Arbeit bestreiten sollen, nur mühsam oder gar nicht befrie-digen können. Dann wird ihnen ihr Stand verhaßt; sie ver-suchen es mit andern Dingen, pfuschen in mancherlei Gewerben,und enden mit gänzlichem Verderben.

Andere lassen ihre Söhne höhere Wissenschaften erlernen,und glauben, ihnen dadurch ein besseres Loos zu verschaffen,als das Handwerk gewähren kann. Aber sie bedenken nicht,daß keineswegs der Stand, sondern der Mensch in demselben,das bessere Loos erwirkt; daß ohne Genügsamkeit, Fleiß undausgezeichnete Kenntnisse der Mensch überall Noch leidet undelend umhergeworfen wird; daß ohne große und mächtige Ver-bindungen in den höhern Ständen Keiner darin so leicht seinGlück macht. Daher sieht man manche verdorbene Gelehrte,verdorbene Kaufleute, ärmliche Schreiber und Andere, die sicheines nahrhaften Handwerks schämten, bei wohlhabender» Künst-lern und Handwerkern ihr kümmerliches Brod suchen und betteln.Dahin brachte es die Unverständigkeit ihrer Aeltern, die sich überihren Stand hinaufschwingen wollten, und die Vortheile des-selben nicht einsahen.

Gleiche Fehler hat der Hochmuth bei Erziehung der Töchterunter vielen Handwerksleuten gemein gemacht. Man kleidetsie gleich Töchtern reicher Häuser, verzärtelt sie bei leichtenGeschäften, statt sie vollkommen fähig zu machen, einer bürger-lichen Haushaltung mit Sparsamkeit, Ordnung, Reinlichkeit,Geistesgegenwart und unverdrossener Thätigkeit vorzustehcn.Man läßt sie im Tanzen, Zeichnen und in musikalischen Künstenunterrichten, um mit ihnen glänzen zu können; man hält sie zurBücherleserei an, und glaubt ihren Geist zu veredeln, wenn manLurch Empfindeleien und Träumereien der Einbildungskraft ihrHerz verdirbt und ihren Verstand schwächt. Man hofft sieDamit würdiger zu machen, sie an Personen von vornehmen