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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
290
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Verständigkeit, Gottesfurcht und Einfalt der Sitten soll essein, was den Künstler und Handwerker ganz eigenthümlichbezeichnet, ihm den meisten Werth gibt, und ihn allen andernStänden ehrwürdig macht. Verständigkeit, Gottesfurcht undEinfalt der Sitten sollen sein höchstes Bestreben sein; die Stel-lung selbst schon, welche er in der Welt einnimmt, erleichtert ihmdie Erreichung dieses Zieles mehr denn vielen Andern.

Er ist folglich sein eigener Feind, wenn er seinen Standverachtet, und gegen die Vortheile desselben blind ist. DieserStand gibt ihm, was er zur Nothdurft bedarf. So wir Nahrungund Kleider haben, sprach Paulus, lasset uns genügen. Nachgrößerm Reichthum sollen wir nicht trachten, aber wohl nachgrößerer Vollkommenheit des Herzens. Wer in diesem Standenicht glücklich sein kann, wird es in keinem andern werden, weiler die Quellen aller Unzufriedenheit mit sich nimmt, wohin ergeht. Er wird von Begierde nach Gold und Gut und Aufwandgeplagt; und könnte man ihm geben, wonach ihn gelüstet, seinen.Durst nach Reichthümern würden die Reichthümer selbst nurvermehren. Wer nicht mit Wenigem genügsam sein kann, wirdmitten im Golde arm bleiben. Er wird von Begierde nachEhre und Ansehen geplagt; er glaubt in einem andern, höher»Stand mehr leisten zu können, mehr Ruhm zu ärnten; er bildetsich ein, mehr Talente zu haben, als er für sein Gewerbe braucht.Er möchte Gelehrter sein, oder Feldherr, oder als Obrigkeitherrschen. Ach, er hat nicht mehr Talente, als er zur höchste»Vervollkommnung seiner Kunst, oder zur vortrefflichsten Ein-richtung seines Hauswesens bedarf; sondern er hat mehr Hoch-muts) und Selbstdünkel, als seinem Glück ersprießlich ist. ESfehlt ihm dagegen das Wesentlichste: Verständigkeit, Gottesfurchtund Sinn für Einfalt der Sitten.

Gottesfürchtige, verständige Männer warten treu ihres-Berufes, und fühlen sie sich im Besitze größerer Geisteskraft, sowenden sie dieselbe zur Verbesserung ihrer Geschäfte und zurVerschönerung ihres häuslichen Lebens an. Ihre ausgezeichnetenNaturgaben erregen nicht größere Hochachtung, als die weisenAnwendungen derselben. So sah man aus tiefer Armuth oft