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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
288
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der Witterungen; sie mit natürlichen angebornen Waffen versehenzum Schutz ihres Lebens gegen Gefahren. Aber den Menschenstellte Gott arm, wehrlos und nackt in die Welt, und gab ihm denVerstand, daß er, getrieben von der Noth, den Werth dieses Ver-standes erkenne, sich Hutten baue, wo der Fels keine Höhle hatte,ihn zu verbergen; oder Kleider, oder Geräthschaften, Waffen undallerlei Werkzeuge erfinde, zu seiner Nahrung, Lebenserhaltungund Bequemlichkeit. Da ward Tubalkain der Meister in allerleiErz und Eisenwerk; Jubal lehrte die Kunst der Musik.

Mit der Erweiterung der menschlichen Erfahrung und Ein-sicht wurden die Handwerke und Künste vollkommener; ihreGewerbe dem Menschen unentbehrlicher, es mochte zum Nutzensein oder zur Verannehmlichung seiner Tage. Der Hirt und derAckermann können den Handwerker so wenig mehr entbehren,als der Gelehrte, welcher sein Leben den höhern Wissenschaftenweiht, oder als der Kriegsmann, oder als der Fürst auf seinemThrone. Darum ist der Stand der Handwerksleute und Künstlerin allen Ländern geehrt.

Um das Feld zu bauen, oder die Viehheerden zu behandeln,ist weniger Anstrengung des Verstandes oder Geschicklichkeit von-nöthen, als zur Ausübung eines Handwerks und einer Kunst. ZurErlernung derselben sind schon mehrere Jahre vonnöthen. Da-durch erhebt sich dieser Stand über den des gemeinen Landmanns,wie des Taglöhners. Aber theils durch die größere Uebung seinesNachdenkens, theils durch einen vermehrten Wohlstand, verfeinernsich auch seine Sitten. Demungeachtet hat er weder den Uebcr-fluß reicherer Stände, noch deren ausgebreitete Einsichten undKenntnisse; aber auch nicht die Verweichlichung und Verdorbenheitder Sitten, die in den höhern Ständen leider oft zu allgemein ist.

Es steht demnach der Stand des Handwerkers zwischen Roh-heit und Unwissenheit des gemeinen Landmanns und der unmäßigenVerfeinerung und Ucberbildung des Reichern; er steht zwischender Armuth und dem Ueberfluß in glückseliger Mitte, und istgleich entfernt von den Lastern und Plagen, die der rohen Un-wissenheit und der übertriebenen Verfeinerung, oder der quälendenArmuth und dem üppigen Wohlleben anzuhängen pflegen. Daher