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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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aus fremden Ländern. Seine Verhältnisse sind einfacher: seineWelt, in der er lebt, ist kleiner, in allen Theilcn leichter zuübersehen; ihm stören tausend Dinge nicht die Gcmüthsruhe,die den bedrohen, der in weitläufiger» Verbindungen leben muß.

Wenn sich auch das Alles nicht läugnen läßt, hat doch das Land-leben seine großen Beschwerlichkeiten. Ungünstige Witterungenvereiteln den säuern Schweiß und Fleiß eines ganzen Jahres;Seuchen tödten die Heerden. Der Gewinn vo.1 aller Arbeit desBauers ist immer klein; und wer wenig hat, für den ist auch derVerlust des Geringsten schon ein großer Verlust. Daraus er-wachsen wohl mancherlei häusliche Sorgen. Abgaben und öffent-liche Lasten, so wie die Zinsen von gemachten Schulden drückenschwerer, wo die Einnahmen sehr zweifelhaft und mäßig sind.Mit einem Worte: der Landmann, so bcneidenswürdig sein stillesLoos oft dem Städter zu sein scheint, duldet durch seinen Standnicht minder Ungemach, als der Kaufmann oder Handwerker,der Gelehrte oder Soldat, der Fürst oder sein Beamter in ibrenStänden dulden müssen.

Darum ist nicht minder gewiß, daß der Beruf des Land-manns in der That viele Vorzüge hat, welche andern und so-genannten höher» Ständen fehlen. Nicht darin aber liegt seinVorzug, daß er der allererste Beruf des Menschen ist; denn dieswäre eine ganz unfruchtbare Ehre. Auch nicht darin, daß er dernützlichste und unentbehrlichste Stand eines Staates ist; er istnicht nützlicher als jeder andere. Der Landmann bedarf desHandwerkers, der Handwerker des Kaufmanns, der Kaufmanndes Gelehrten; Jeder bedarf des Richters, des Lehrers, derObrigkeit, und in Kriegsgefahren Jeder des Kriegers und Feld-herr. Einer ist im gesellschaftlichen Leben dem Andern noch-wendig durch die Gabe, die er von Gott empfangen hat.

Aber darin liegt der größestc und gewisseste Vorzug desLandlebens vor allen andern Berufsarten der Menschen: daß derLandmann durch seinen Stand entfernter von allen erkünsteltenVerhältnissen des Lebens, entfernter von allen daraus entsprun-genen Plagen, der Natur näher verwandt und gleichsam mehreins ist mit ihr. Die Ruhe und Einfalt der Natur theilt sich