Jesu an, es gehört auch der Gottheit an, die es liebend auf-nimnrt, und besser beschirmen kann, als ihr selbst; es ist nunausgenommen in die geistige Gemeinschaft, in die Kirche Christi.
Wahrlich, eben darin liegt die Größe und Schönheit desChristenthums, daß es auf Erden jedes unserer wichtiger»Schicksale mit sich vereint; daß es überall, schon von unsererWiege an, das Irdische mit dem Himmlischen, das Aeußereund Innere zusammenknüpft, und gleichsam Alles um uns hervergöttlicht, wo der Nichtchrist nur todtes alltägliches Einerlei,Schattenwerk und irdisches Wesen sieht. Der Christ erblickt dieWelt überall in einem heiligen Glanze; ihn lächelt aus dem Staubedas Himmlische, aus dem Vergänglichen das Ewige an. DieSchöpfung schwebt vor ihm verklärt durch das Licht seiner Religion.
Der Säugling im Tempel gewährt auch dem unempfindlichstenGemüth oft eine heilige Rührung. Die reinste Unschuld,wo könnte sie doch würdiger sein, als im Tempel des Aller-
heiligsten? im Tempel dessen, der unsere Unschuld fordert?-
Jesu Stimme scheint über den zarten Täufling an unser Herz zudringen: „Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr nicht umkehret,und werdet wie die Kindlein, so werdet ihr nicht in das Himmel-reich kommen!" (Matth. 18, 3.)
Wem wird nickt beim Anblick des Säuglings, wenn er imSchlummer zur Taufe gehoben wird, oder wenn er, wie auseinem Traume hervorgehend, süß lächelt, — wem wird nicht,als müßte er ihm zulispeln : O du Unschuld, möchtest du dichewig in dieser Reinheit bewahren! Einst, wenn du in diesenTempel nach Jahren zurückkehrst, nicht mehr von zärtlichenArmen sorgsam getragen, sondern stark genug durch eigene Kraft,möchtest du auch dann noch so rein und fehlerlos sein! Möchtestdu niemals diese heilige Stätte mit Erröthen sehen, wo du dieTaufe empfingst; möchtest du dann nie seufzen dürfen: Einst warich unschuldiger, als jetzt!
Im Namen des dreieinigen Gottes empfängt der Säuglingdie Taufe, und das geweihte Wasser, mit welchem er in der ewigfeierlichen Stunde benetzt wird, ist das Sinnzeichen vom Blutedes Welterlöfers, welches wie ein geistiges Bad unsere Seele von