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Oie Aeltem, die Verwandten des Unmündigen wurden seineBürgen; sie gelobten, ihm einst bei reifern Jahren in denWahrheiten der Religion Unterricht zu verschaffen, und ihn treuim Glauben zu bewahren.
So drang segnend das Christenthum durch die ganze gesitteteWelt; so kam der Gebrauch der Taufe als eine heilige, ehrwürdige,sinnvolle Handlung bis auf unsere Zeiten, wo sie nur selten nochden Erwachsenen gewahrt wird, wenn sie sich zur christlichen Kirchewenden, sondern überall schon den Kindern gegeben wird.
„Lasset die Kindlein zu mir kommen!" sprach Jesus, dergöttliche Jugendfreund : „und wehret es ihnen nicht, denn solcherist das Himmelreich." (Matth. 19, 44.) Und wahrlich, demgefühlvollen und denkenden Christen kann kein rührenderesSchauspiel gegeben werden, als die Taufe des Säuglings.
Da trägt man ihn von der Wiege zum Tempel Gottes!Bon der irdischen Mutterbrust gleichsam an die Brust derReligion, von dem Arm des irdischen Vaters in den Arm desbimmuschen Vaters. — O ihr Aeltern, wenn der schlum-mernde Liebling von euch hinweggetragen wird zur himmlischenChristenhandlung: ergreift euch nicht eine unwillkürliche tiefeRührung? — Empfindet ihr nicht den hohen Sinn dieservicltauscndjährigen Feierlichkeit? Ist dieses ein bloßes kaltesGepränge?
Nein, zärtliches Vaterherz, nein, du weiches Mutterherz, ihr
ahnet, was mit e-uerm Liebling geschieht!-An den Schwellen
dcsLcbcns, die erkaum betreten, wird er schon Gott geweiht.—Dem Säugling wird der Segen des Himmels für die dunkleZukunft seines Lebens erfleht; der Unmündige wird schon zumBürger der Ewigkeit gemacht, und neben seiner Wiege umschwebteuch der Gedanke seines Grabes. — Ihr lasset den Säuglingzum Tempel tragen; er ist euer Opfer, welches ihr Gott darbringet.Der Herr hat ihn euch gegeben; ihr gebet ihn nun dem Allliebcndenwieder. — Er wird zum Tempel getragen, hinweg vom Vater-Herzen , von der Muttcrbrust! So erwacht in euch nun dasGefühl, die Ueberzeugung: dies Kind gehöre euch nicht mehrganz allein an; es gehört auch der Welt an, es gehört auch