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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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mit dem Zauber der Schönheit, mit der erhabenen Einfalt denFeierlichkeit verbunden waren.

Der Mensch war nie ein reingeistiges Wesen. Nie wirder es sein. Er tritt in die Welt, und lernt durch seine Sinne.Durch die Sinne muß Astes zur Seele gelangen, was ste er-wecken, rühren, veredeln soll. Warum nun wollet ihr dasHeiligste, was die Menschheit denken und empfinden kann, warumwollet ihr die Religion ihres äußern Pomps berauben, und diekirchlichen Gebräuche, welche wir vom heiligen Stifter, von denersten Verkündern unsers Glaubens ererbten, zu geringschätzigen,gleichgültigen Dingen erniedrigen? Wenn die Liebend-en vorden: Altar des höchsten Gottes dastehen, wenn sie dort das Ge-lübde ewiger Treue und Liebe stammeln, und der Spruch derVermählung, der unauflöslichen Verbindung, von der Lippe desPriesters tönt, und das Wort des Segens ist dies eine bloßbürgerliche Handlung? Ist diese Feierlichkeit, dies Gelübde vorGott, dieser erneuerte Schwur der Treue bis an das Grab, eineleere Zeremonie?

Nicht minder wichtig und ehrwürdig ist die heilige Hand-lung der Taufe, diese feierliche Einweihung des Kindes in dieGemeinschaft der Christen, diese Einweihung des Säuglings in ^Die Bahn des Heils, die Einweihung des Sterblichen in das"llnsterbliche.

Fast alle Religionen des Alterthums hatten ihre feierlichenWeihen; jede Aufnahme iy die Glaubcnsgeheimnisse der auf-geklärten Völker der Vorwelt geschah mit rührenden, ehrwürdigenGebräuchen. Früher noch, als Johannes und Christus tauf-ten, war die Taufe schon einer jener Gebräuche alter Nationen,deren sie sich bei der Aufnahme eines Auserwählten in diehohem Geheimnisse ihrer Religion bedienten. Der Einzuweihendewurde, ehe er in das Allerheiligste zugelassen werden durfte,getauft, das heißt, reingewaschen gleichsam von allem Staube,der ihm noch vom bisherigen Leben anhing. Diese Waschun-gen waren eine sinnbildliche Bedeutung der innxrn Rei-nigung. Der Getaufte sollte nun ein anderer, ein höhererMensch sein. Er mußte neue Kleider anlegen, zum Zeichen,