Druckschrift 
1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
259
Einzelbild herunterladen
 

Zur Gesundheit des Leibes muß die Gesundheit der Seelekommen, ein froher Muth. Und dieser wird durch Zufrieden-heit mit uns und unserm Schicksale, und daß wir ein Lebenohne allzugroße Plage von Sorgen führen, am zuverlässigstengewonnen. Lerne in frühern Jahren durch Fleißund Mühe Vorrath sammeln, damit du im Alter ohneKummer wegen deiner und der Deinigen Erhaltung bleibest.Sei genügsam mit Wenigem, und du wirst auch von geringenEinkünften noch etwas auf die Tage zurücklegen können, da dirdie bessern Kräfte gebrechen, etwas zu erwerben. Nahrungs-sorgen sind wohl die bittersten für den Greis; und das Gefühl,Andern wegen seiner Erhaltung zur Last zu fallen, stört auchden frohesten Sinn. Geringe Bedürfnisse, die wir in den Tagender Kraft mäßig stillen lernen, bereiten ein unabhängiges Altervor, und setzen uns in den Stand, auch dann noch Wohlthäterder Unsrigen zu werden, wenn diese vielmehr unsere Stützesein sollten.

Es ist nicht damit gesagt, als sollten wir, um am Abendunscrs Lebens reich zu heißen, in der Jugend Noch leiden unddarben; aber nicht vergessen sollen wir, daß man die Freude sehrwohlseil hat, so lange man jung ist, hingegen im Alter sie ofterst von dem erkauft, was man erspart hat; daß der Greis mehrfremder Hilfe bedarf, als der Jüngling und Mann-, und imWohlsein einen erfreulichern Rückblick auf ehemalige Entbeh-rungen hat, als im spätern Entbehren der Rückblick auf ehe-maliges Wohlsein ist,

Fleiß und Genügsamkeit sind nicht nur die zweckmäßigstenVorbereitungen auf ein Harm- und sorgenloses Alter, sondernan sich selbst schon die Würze des Lebens in frühern Zeiträumen.Sie machen, bei der Entfernung drückender Sorgen, den Froh-sinn bei uns einheimisch; und nichts wirkt auf die Erhaltungder Gesundheit wieder so kräftig zurück, als er. Frühes Sorgenund Kümmern bringt frühes Veralten und Erschöpfung derLebenskraft.

Ist dieser Leib, den Du, Vater alles Lebens, meinem Geistezur Wohnung gabst, nicht ein Heiligthum? Soll er nicht Dein