rmd muthlose Jünglinge, und sah leichtsinnige, in tteppigkeitschwelgende alte Leute.
Man sagt: das Alter ist finster, zänkisch, argwöhnisch undgeizig. Wahrlich, wer dazu die Anlagen und Gewohnheitennicht schon aus den frühem Jahren mit sich brachte, der wirddiese Fehler nicht erst im Greisenalter annehmen. Wenn derMensch selbst nicht seine Sitten, seine Neigungen ändert, dasAlter ändert nichts daran; sondern jene Übeln Gewohnheitenund Gesinnungen werden nur härter, zäher und anstößiger, jeälter sie mit uns werden.
Menschen, die in jüngern Jahren selten zufrieden warenmit dem Schicksal, wie es ihnen Gott gab; Menschen, die injüngern Jahren immer von Eitelkeit und Hochmuth besessenwaren, werden im Alter mürrisch und grämlich sein. Men-schen , die ehemals keine Ehrfurcht für betagte Leute empfanden;Menschen, die ehemals Andern wenig Freude machten, werdenim Alter ebenfalls ohne Zuversicht und argwöhnisch sein. Dertugendhafte Greis ist gutmüthig, freundlich, offenherzig, wieer als Kind war ; er ermahnt zum Frieden, zur Freundschaft,und ruft noch, wie der neunzigjährige Apostel Johanneseinst: Ihr Kindlein! liebet euch unter einander.
Mancher hat endlich den thörichten Wahn, das Alter, möge esnoch so tugendhaft, noch so ehrenvoll sein, stehe schon darum denandern Lebenszeiten an Glückseligkeit nach, weil es dem Todenäher ist, und die Hoffnung der Tage mit jedem Tage kürzer wird.Wie, Jüngling, wie, Mann, in der vollen Kraft deines Lebensblühend, kannst du die göttliche Vorsehung in deiner kurzsichtigenWeisheit so hart tadeln? Wie wenige Menschen erreichen einhohes Alter ! Sterben nicht, die meisten schon als Kinder, alsJünglinge, als Leute, die erst in der Mitte ihres Lebens zu stehenglauben? Bist du sicher, daß du selbst den Greis um einen Tagüberlebst? Ist der Tod nicht jedem Alter gleich nahe?
Du glaubst also, die Hoffnung auf ein noch so langes Lebenvermehre die Glückseligkeit der Jugend? Siehe, so hat es diegöttliche Vorsehung weise geordnet; aber sie hat auch den Greisnicht vergessen. Sie gibt ihm jene Ruhe des Gemüths, daß er