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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
248
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den Tod nicht sieht, sondern nur das Leben jenseits des Todes.Seine Einbildungskraft ist schwächer geworden; er verliert alsoauch an der Welt nicht mehr so viel, als du. Er genießt frohdas irdische Leben bis zur Neige, und wie allinälig seine Em-pfindungen matter werden, seine Kräfte unvermerkt aufhören,erlöscht es sanft, wie ein abgebranntes Licht. Er sieht den Todnicht. Wie sich das Leben verdunkelt diesseits des Grabes,erhellt es sich vor ihm jenseits desselben. Er kennt nicht dasschmerzhafte Sterben, wie der Jüngling und Mann, wer.-a siei-n der vollen Kraft ihren Lebensfaden zersprengen, und sich vonAllem, was ihnen thcuer und werth ist, hinweggenommensehen sollten.

' Weit entfernt also, daß wir das Alter um des nähern Todeswillen nicht preisen sollten, muß es uns eben deswegen nochwünschenswürdiger sein. Der tugendhafte Greis, mit dem Hinblickauf die früher» Gräber seiner Geliebten, streckt die zitternden Armemit heiligem Vertrauen empor, und spricht, wie der hochbetagteSimeon: Nun, Herr, laß auch Deinen Diener in Frieden fahren;meine Augen sehnen sich, Deine Herrlichkeit zu sehen!

Darum lasset uns also jederzeit vor dem Alter Ehrfurchthaben, und voll Ehrfurcht die betagten Leute behandeln, mitwelchen wir beisammen leben. Vor einem grauen Haupte sollstdu aufstehen und die Alten ehren, spricht das göttliche Wort.(3. Mos. 10, 33.) Sie haben des Lebens Mühe und Arbeitgetragen; sie haben die Ruhe und Erquickung verdient; sie habender Thränen schon mehr gewei-gt, als du ; sie haben des-Gutenin ihrem Wirkungskreise schon mehr gethan, als du.

Habe Nachsicht mit ihren Schwächen, und schone ihrer.Diese Schwächen, welche dir unangenehm sind, sind für dichlehrreich, Es find vielleicht Folgen einer ehemals genossenenÜbeln Erziehung. Siehe, wie die Fehler des Kindes bis in'sspäte Lebensalter hinübergehen ! Lege du selbst deine Fehler ab,sorge du selbst, daß deine Kinder besser, frömmer erzogen werden,und verschiebe deine Besserung um keinen Tag.

Jeder Greis ist anzusehen wie Einer, der aus der großenGesellschaft der Menschen gehen will. Wir sehen ihn nicht mehr