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gesunden Leibes und frohen Geistes nicht bedürfen. Oft, wennaller Fleiß vergebens ist, die Menge thörichter Bedürfnisse zubestreiten, greifen sie zu unerlaubten Mitteln; sie tasten mitverbrecherischer Hand unerlaubtes Eigcnthum an; sie vernichtendie Lust des Lebens, um zu leben, wie Eitelkeit und Mode cSgebieten; sie werden aus falschem Ehrgeiz ehrlos.
Eben so trägt die leichtfertige Erziehung der Töch-ter nicht wenig zur Verminderung des ehelichen Lebens und derhäuslichen Glückseligkeit bei. Das Vermögen der Aeltern ver-schwindet im entbehrlichen Aufwand?, um mehr zu scheinen,als man ist. Aus Eitelkeit oder Neid ahmt eine Familie ver-ändern nach, und gegenseitig steigert nran den Ueberfluß unnützerLebensbedürfnisse zu eigenem Verderben. Dadurch wird derTochter oft die nöthige Ausstattung entzogen, mit welcher sieeinen jungen würdigen Mann in Stand gesetzt haben würde,seine Geschicklichkeit und Kenntm'ß anzuwenden. Sie bleibt ver-gessen und ehelos, obwohl ihr Herz, ihre Tugend einen Gattenhätte glücklich machen können. Die strafbare, unhaushä-terischeLebensart ihrer Aeltern wird die Schuld, daß sie dem heiligenBeruf der Natur und den stillen Wünschen ihres verwaisetenHerzens nicht folgen kann. Ein einsames, oft nur allzusreudeu-loses Dasein klagt den Leichtsinn der Aeltern vor Gott an.
Die Hoffart der Aeltern in Erziehung der Töchter beschränktsich auch nicht bloß auf Verschwendung, sondern sie arbeitetthätig, die jungen weiblichen Gemüthcr schon mit den ersten undfür das Leben wichtigsten Jahren zu Grunde zu richten. Nichtohne die Absicht, ihnen einen Mann aus höhern Ständen zuverschaffen, bildet man sie für einen Stand aus, den sie seltenoder nie erreichen. Denn, in ihren Hoffnungen getäuscht, tau-gen sie mit ihrer Kunst, sich zierlich zu kleiden, oder reizend zutanzen, oder mit Gesang und Musik zu glänzen, oder Gedichteherzusagen und über die Werke angenehmer Schriftsteller zuplaudern, noch weniger für den Stand, zu welchem sie ihrgeringes Vermögen oder ihre Herkunft hinweiset. Sie gehörenzu den zahllosen Verbildeten ihres Geschlechts, t^lche für daswirkliche Leben nicht passen, weil sie nie dafür verständig erzogen