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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
231
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oder eines sich selbst für den Glauben hinopfernden Petrus?Wie, sind thörichte Menschensatzungen, die den finstern Zeit-altern allgemeiner Unwissenheit entstammen, göttlicher als dasWort Gottes? Die Verbote der Ehen von ungleichemGlaubensbekenntnisse sind gegen den Geist des wahren Christen-thums, Beweise eines unverständigen Eifers der Vorwelt. Da-her haben mit Recht und Pflicht christliche Obrigkeiten, denältesten Stiftungen der Jesuskirche gemäß, jene Menschen-fatzungcn aufgehoben in unfern Tagen. Schwer aber ist es,so alte, so tief eingewurzelte Vorurthcile im unwissenden Volkauszutilgen. Dahin gehe das Streben derer, welchen an Wieder-herstellung des ersten Glaubens liegt, um so dem Heilande inWort lind Werk zu folgen, wie Petrus und Paulus folgten.Es kann wohl die Religionsverschiedenheik zwischen Eheleutenmanchmal eine Quelle von Mißhelligkeiten werden, besonderswenn Kinder nicht eine gleichmäßige Erziehung erhalten können;aber unter wahrhaft gebildeten Christen soll dies nie die Ein-tracht stören, uird Vernunft und Liebe Alles leiten.

Doch mehr noch, als Mißverstand und Unwissenheit in denWahrheiten des Christenthums, befördert Irreligiosität undwerkthätiger Unglaube die in großen und Mittlern Städtenzunehmende Ehelosigkeit.

Dieser werkthätige Unglaube äußert sich überall im Verfalleder Sitten, im Entweichen von ihrer allen Einfalt. Die herr-schende Ueppigkeit des Aufwandes, die Pflege überflüssiger Be-dürfnisse, das Nothwendighalten eines gewissen äußern, demStande entsprechenden Glanzes, verursacht, daß mancher red-liche Mann durch seine Arbeiten kaum so viel verdienen kann,um sich selber zu erhalten, geschweige ein Weib und Kinder zuernähren. Umsonst ruft die Natur, umsonst die Erfahrung,umsonst das göttliche Wort: laß dir an Wenigem genügen'.Die Macht des Vorurtheils ist gewaltiger; die verderblichsteThorhcit geht der einfachsten Lebensweise vor. Menschen sindWochen lang Sklaven, sorgen und ringen, um durch ihrenFleiß Dinge zu erwerben, von welchen sie selbst bekennen, daßsie derselben zum stillen Glücke des LebcnS, zur Erhaltung eines