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24.
Das ehelose Leben.
Erste Betrachtung.
1. Kor. 7, 32.
ES kann nicht sein! In keinem StandeWohnt alles Glücks Vollkommenheit;
Nicht in der Ehe schönem Bande,
Nicht in des Einz'gen Einsamkeit.
Und wen nicht Acltcrnwonn' erfreut,
Fühlt auch nicht Acltcrn-Herzeleid.
Du, Gott, hast Jedem zugemessenDas, was für ihn das Beste ist;
Du kannst, Du Treuer, nicht vergessen,
Wenn Mcnschenwankclmuth vergißt;
Und wallt er einsam seine Ba^n,
Du nimmst Dich seiner liebend an.
Em heiliger Eifer beseelte viele Bekenner Jesu in den erstenZeiten des Christenthums, das ehelose Leben zu wählen, umdesto ungehinderter die Ausbreitung des göttlichen Wortes unterden Völkern zu befördern. Daher empfahlen die Apostel selbst,und auch wegen der damaligen für die Christen gefahrvollenZeiten, unvermählt zu bleiben. „Ich wollte nur (schrieb derApostel Paulus seinen Freunden in Korinth), daß ihr ohneSorge wäret. Wer ledig ist, der sorget, was dem Herrn amgehöret, wie es dem Herrn gefalle." (1. Kor. 7, 32.)
Diese Worte wurden aber nur zu bald in den nachfolgendenJahrhunderten mißverstanden. Aus Schwärmerei fing mansogar an, die von Gott selbst zur Erhaltung des menschlichenGeschlechts angevrdnete Ehe für beinahe etwas Sündliches zuhalten. Aus übertriebenein Eifer zogen sich Männer und Frauenin Einsamkeiten und Klöster zurück, um ihr ganzes Leben demGebet-und geistlichen Betrachtungen zu weihen. Ihr Glaubewar lebendig, ihr Vorsatz edel, aber fruchtlos und ohne Werke.Nicht Jesus Christus, nicht seine ersten Jünger, nicht derenSchüler flohen in Einöden; sie traten ins Leben freudig hinaus,und suchten durch ihre Arbeiten die Vermehrung menschlicherGlückseligkeit.