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Freunde sich zwischen die Herzen der Vermahlten drängen; dakönnen listige Versucher selbst die Heiligkeit des ehelichen Ver-trages antasten, und Treulosigkeiten eintreten.
Das schwerste Verbrechen gegen den durch Religion, Naturund bürgerliche Ordnung geweihten Bund der Ehe ist derBruch dieses Bundes durch Untreue. Der Ehebrecher istden Menschen ein Gräuel, er ist es als Meineidiger, welcher dievor dem Allgegenwärtigen gelobten Eide bricht und den heiligstenVertrag verletzt — er ist es als niedriger Wollüstling. Den Ehe-brecher wird Gott richten. (Hebr. t3, 4.)
Ich will nicht des häuslichen Jammers gedenken, welchendieses Verbrechen erzeugt; nicht der Schmach, welche hier undin Ewigkeit der Sünder trägt; nicht der Foltern der Eifersucht,welche er in sein unglückliches Haus bringt.
Treue im Vertrage ist die erste Bedingung, unter welcherder Mensch dem Menschen sich anschließt. Ehebruch endet die Ehe.
Aber — wenn auch nicht durch eine Schandthat — schondurch unreine Begierden, die im Herzen geduldet werden, istdie Ehe gebrochen und entweiht, spricht Jesus. (Matth. 5,27. 28.) Denn eine herrschende Begierde ist die Grundlage zuallen Vergehungen; sie erkaltet das Herz gegen den Gatten,macht ihn blind gegen dessen Tugenden, vergrößert dessen Fehler,und brütet glückzcrstörcnde Leidenschaften aus.
Selbst nur der Schein der Untreue, oder der Schein einerZuneigung für Andere, ist tadelhafte Unklugheit, und strafbar.Der Schein, indem er das Haus entehrt, kann die Wuth derEifersucht erwecken, welche allen Lebensgenuß im Keime zer-stört, die Ehe zur Hölle »nacht, indem er auf immer das stille,berzliche Vertrauen aus der beängsteten Brust verstößt.
Wenn schon nicht Jeder so bald zun» groben Verbrecherwird, wie es der wahrhafte Christ am wenigsten sein kann: sosind dennoch ihrer Viele, ja selbst gute Menschen, auf andere Weisedurch ihre Unvorsichtigkeit, durch Eigensinn, durch Widerspruchs-geist, Urheber am Verfall des ehelichen Friedens und häuslicherGlückseligkeit. Sie brechen den Werth und das Wesen der EheLurch kindisches Nachhänzen ihrer Launen, wodurch sie allmäliz