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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
225
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brechen gegen den Frieden des Hauses, weil nichts leichter ist,als dasjenige zu werden, was man gezeigt hat, das man seinkönne.

Ein Hauptgesetz des Ehestandes aber ist es, daß die Gatten,verschwiegen gegen alle Welt, auch gegen ihre Busenfreundeüber die inner» Angelegenheiten ihres Hauses, doch die hellsteOffenherzigkeit, die unverbrüchlichste Aufrichtigkeit für einanderselbst in Allem haben müssen, was sie beide und ihr Verhälmißals Gatten, Lebensgenossen und Aeltern angeht. Das ersteGeheimnis;, welches einer vor dem andern bewahrt, ist der un-vermeidliche Tod des gegenseitigen Vertrauens. Die erste Täu-schung, welche einer dem andern bereitet, vernichtet die innige,unzerstörbare Zuversicht auf einander für ewig; denn wer datäuschte, fürchtet immerdar, der andere könne es auch; und wergetäuscht ward, gibt sich nicht mehr ohne Mißtrauen hin. DerMann durchblicke das Herz seiner Gattin; das Weib wisse ihrenMann, wie cs sich selbst weiß und kennt. Dann erst sind beideeine Seele, eine Liebe, eine Furcht, eine Hoffnung, einLeben in zwei Körpern.

Die glücklichsten Verbindungen sind durch Mißtrauen derGatten zerrissen worden, und oft schon ist die häusliche Glück-seligkeit guter Menschen vernichtet worden durch einseitiges Be-wahren eines unseligen Geheimnisses, durch davon veranlageMißverständnisse, durch Mangel gegenseitiger Erklärungen. Ja,selbst wenn es ein Fehler ist, welcher begangen ward, er werdedem Andern nicht verhehlt. Wer Muth genug hat, ihn willigzu bekennen, bezeugt damit den Muth, ihn nie wieder zubegehen, und entwaffnet durch dies Vertrauen den Unwillen desAndern. Die gegenseitige Liebe und Zuversicht bleibt unverletzt,und der Nichtfehlende wird den Bereuenden nur um so innigerschätzen.

Da, wo Gatten für einander Geheimnisse nähren können,wo die gewissenhafte Aufrichtigkeit fehlt, ist jedem Unglück derEhe das Thor geöffnet, und für mancherlei Ungemach ein Schlupf-winkel bereitet. Da können geschwätzige Zwischenträger undOhrenbläser ihr ungehemmtes Spiel führen; da können falsche