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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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Darum ist die glückliche Ehe des irdischen Lebens höchstesGut. Nicht Reichthum, nicht Ehre, nicht Gewalt ersetzt sie;nur durch sie wird, was der Schöpfer Herrliches dem Menschenverleiht, zu einer genußvollen Gabe.

Aber, wie sind der durchaus glücklichen Ehen im Allgemeinenso wenig! Wie häufig sehen wir die Spuren häuslichen Unglücks,Folgen ehelicher Zwietracht, Zerrüttungen des Hauswesens durchUneinigkeit der Vermählten, Klagen auf Scheidungen und frei-willige Trennungen!

Den ersten Grund zu dem furchtbarsten aller Uebel im gesell-schaftlichen Leben legte meistens die unvorsichtige Wahl derGatten. Oft war es der Rausch der Leidenschaft, in welchemLiebende den Bund der Ehe schlossen, ohne sich selbst genau mitihren Fehlern zu kennen. Sie sahen nur die Annehmlichkeitendes künftigen Standes, nicht die nothwendigen Mühseligkeiten,die er mit sich führt. Aber dem Rausche folgte Nüchternheit,der Leidenschaft und ihren kühnen Träumen folgte Erschlaffungund Sättigung. Die sich vorher mühsam und wohlbedacht durchDarstellung alles dessen zu g'fallen suchten, was für sie einenvortheilhaften Eindruck erregen konnte, erblicken sich nun alltäglichund in ihrer Alltäglichkeit. Viele Erwartungen sind nun ge-täuscht. Manche Fehler und Unarten, sonst zurückgehaltenund verschleiert, werden nun sichtbar, und verwunden. Voll-kommenheiten, mit welchen man in der äußern Welt glänzenkann, sind oft im stillen, häuslichen, alltäglichen Leben ohneWirkung und Werth. So entstand Gleichgültigkeit, wo manvormals Begeisterung empfand. Man glaubte sich von Anderngetäuscht, ohne zu bedenken, daß Jeder sich in der erstenLeidenschaft selbst getäuscht hat, und sich täuschen lassen wollte.Es entstehen Vorwürfe, sie werden erwidert; man machtAnsprüche, sie werden nicht immer erfüllt. Eigensinn undWiderspruch, Ueberdruß und Reue kehren ein, und der Haus-fricde ist entflohen.

Andere hatten die Ehe aus Nebenabsichten geschlossen. Eswar um Vergrößerung des zeitlichen Vermögens zu thun; oderum des Familienstolzes willen wurden Ehen erkünstelt oder