E V. Joh. 19/ 25 — 27.
Die Kinder/ deren wir uns freu'N/Sind alle/ Gott und Vater/ Dein;Sind Deine beste Gab'/ o Herr;Bewahre sie Barmherziger!
Auch Waisen/ welche wir erzieh»/Die unter unserm Segen biiihn/
Sie sind dem Guten keine Last/
Weil Du sie uns vertrauet hast.
Ja/ unsre volle ZärtlichkeitSei den Verwaisten gern geweiht:Gott liebt sie/ Gott verläßt sie nicht/Wie er zu sein / ist unsre Pflicht.
^n der bangen Schreckensstunde, da Jesus, der göttlicheDulder, einsam über der verschwindenden Welt am Kreuze hing;als seine Wunden aste sich beinahe verblutet hatten, und er vonAllem abgeschieden war, was ihm hienieden Trost und Freudegegeben hatte, warf er seinen Blick, der zum ewigen Vatergebetet hatte, noch einmal auf die Erde nieder. Da ward ervoller Wehmuth noch einige seiner Geliebten gewahr, die auchin der Todesstunde nicht von ihm scheiden wollten — thcureBlutsverwandte, die er hilflos im Leben zurücklassen sollte. Ersah seine Mutter Maria, die mit verweinten Augen die Leidendes heiligen Sohnes betrachtete, sah seiner Mutter Schwester,Maria, Clcophas Weib, und Maria Magdalena.
Am längsten verweilte sein Blick voll Jammers auf derverlassenen Mutter. Sie war die letzte, innige Sorge seinesLebens. Er wandte sein Haupt zu Johannes, dem Jünger,dessen sanfte Denkart ihm vor Allen lieb war, und sprach zuseiner Mutter: Q Mutter, siehe, das ist von nun andein Sohn! Und zu Johannes sprach er: Siehe, das istdeineMutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jüngerzu sich. (Joh. 19, 25—27.)