da, wo es auf die Wahl eines Gatten oder einer Gattin fürTochter oder Sohn ankommt. Wie leicht, auch bei der höchstenBehutsamkeit, wird die Grenze überschritten; wie sträflich ist es,sic ohne Achtung für göttliche Ordnungen, für Glückseligkeitder unserer Sorgfalt anvertrauten Wesen, mit frechem Leichtsinnoder muthwilligem Trotz, aus Hochmuth oder Geldgier, über-schreiten zu wollen !
Aeltern haben in der wichtigsten Lebensangelegenheit ihrermündigen Kinder nicht mehr befehlende, sondern nur rathendeStimme. Sie sind nicht mehr Gebieter und Erzieher derer,die von ihnen selbst für reif geachtet werden, Andern gebietenund selbst Kinder erziehen zu können. Sie dürfen nicht vergessen,daß durch die Wahl des Gatten oder der Gattin nur des Kindeslebenslängliches Glück, nicht das Glück der Aeltern , gegründetwerden müsse. Sie handeln grausam, unvorsichtig und unchristlich,um irgend einer Nebenabsicht willen ihr Kind, gegen seinen Willen,zu einer verhaßten Verbindung zu zwingen.
So wahr dieses ist, so fest gegründet steht auf der andernSeite das Recht der Aeltern, derjenigen ehelichen Verbin-dung des Kindes ihre Zustimmung zu verweigern,, welche nurein Werk der blinden Leidenschaft ist, und zu Elend und Schmachführen würde. Es ist nicht bloßes Recht, cs ist Pflichtchristlicher Aeltern, sich einer solchen unglücklichen und thörichtenWahl des Kindes zu widersetzen. Denn gewöhnlich wird dieseWahl in einem Alter vorgenvmmen, wo die Leidenschaft noch involler Kraft über die jugendlichen Gcmüther herrscht; wo leichtblinde Vorliebe in ein unerkanntes Verderben lockt ; woKenntnis der Menschen, wo Welterfahrung noch nicht gereist seinkönnen. Hier soll der betagten Aeltern geprüftcre Lebensklugheitund Weltkenntnis;, der Aeltern ruhigere Erwägung dem ungestümenLeichtsinn der Jugend rathend und leitend zur Seite stehen,und wenigstens verhindern, daß nicht unerfahrener Muth undleidenschaftliche Schwärmerei das ganze irdische Wohlsein einesKindes verderbe.
Verantwortung vor dem richtenden Gott haben diejenigen,welche aus Stolz oder Gewinnlust ihre Erzeugten einer verhaßten