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Ausschweifungen. So trennt er Menschen von Menschen; leitetzu der nur sich selbst vergötternden, alles Andere verschmähendenSelbstsucht, löset den Verein des Volkes auf, die Achtung desGesetzes, die Liebe zum Fürsten, und entnervt das Geschlecht.
Der Luxus , als Mörder glücklicher Ehen, oder Haupthin-dernis solcher Verbindungen, welche auf eine beglückte Zukunftberechtigt sein könnten, verdiente daher mit Recht den Fluch allerZeiten, aller Weisen, aller Völker, und verdient den Haß jedesNachfolgers Jesu. Denn was wider des Schöpfers Ordnungenstreiten will, was der Gottheit Stiftungen verletzen kann —darf es der Christ lieben, darf er es dulden?
Nächst dem Luxus, welcher die gesetzlichen Ehen erschwert oderverhindert, ist es der Leichtsinn vieler Menschen besonders,welcher dem Zweck der göttlichen Stiftung entgegen arbeitet,und das zur Quelle des lebenslänglichen Leidens macht, wasver Ursprung des irdischen Wohlergehens und lebenslänglicherZufriedenheit sein sollte.
Empört sich der Luxus gegen die Ehrwürdigkeit derEhe, so spielt der Leichtsinn verächtlich mit ihrer Wichtigkeit.Er selbst ist meistens nur eine Frucht schon tief verdorbener Sitten.Er verwandelt den Hauptzweck der ehelichen Verbindung in einezufällige Nebensache, und macht das Zufällige zur Hauptsache.
Der Zweck der Ehe ist, nächst der Fortpflanzung des Geschlechts,die gegenseitige Beglückung und sittliche Vervollkommnung derVermählten eines durch den andern für Lebenszeit. Diese wechsel-seitige Beglückung ist nicht möglich, ohne eine solche Beschaffenheitder Empsindungsweise und Denkart der Verbundenen, vermögewelcher sic gern in und für einander leben, freudig die Fehler undForderungen abwerfen, die dein Andern mißfällig und allzuanstößigsein könnten. Es ist daher bei Schließung eines solchen wichtigenVereins wahrlich weniger aufdie Vollkommenheiten und Tugendender zu Vermählenden zu achten, als auf die Fehler und Übeln Eigen-schaften und Gewohnheiten, durch welche sic einander verhaßt werdenkönnen; Fehler und üble Eigenschaften, welche durch Mängel inder Erziehung oder durch Gewohnheit gleichsam schon zur andernNatur geworden sind, und nicht mehr leicht abgelegt werden können.