Um dieser Ehrwürdigkeit der Ehe willen, ohne die dasmenschliche Geschlecht verlöschen oder verwildern wurde, umdieser Wichtigkeit der Ehe willen, die das häusliche und ebendarum innigste Wohl und Weh des Lebens begründet, ist csfrevelhaft, der Ehe selbst und ihrer Heiligkeit zu spotten. Es istSpott qöttlicher Stiftungen; cs ist Spott des Schöpfers; cs istSpott der schönsten Gesetze der Natur und aller daraus stam-menden Glückseligkeit!
Eben dieser Wichtigkeit der Ehe und ihrer nothwcndigcnOrdnung willen für die Fortdauer des menschlichen Geschlechts,für die Wohlfahrt der Staaten, für das Heil der einzelnen Be«wohner eines Landes, ist der Lupus und Prachtaufwand ver-derblich, welcher die gesetzlichen Ehen vermindert, für einandergleichsam geschaffene Seelen,trennt, und sittenlose Verirrungenund Ausschweifungen befördert.
Sittcneinfalt erleichtert viele glückliche Verbindungen, underschwert nicht die Vereinigung von Personen, welche durch dieUcbereinstimmung ihrer Denkarten, ihrer Gefühle sich gegen-seitig einen Himmel auf Erden zu bereiten im Stande gewesensein würden. Der übermäßige Aufwand, welcher besonders inden Städten heutiges Tages üblich geworden, die Bequemlich-keiten und Genüsse, welche sich der Mann nicht versagen will,die Zerstreuungen und der Prunk, zu welchem die Jungfraugewöhnt worden, machen es oft beim besten und redlichstenWillen des Mannes unmöglich/ eine Verbindung zu stiften,wo sein beschränktes Vermögen allein nicht auSreichen kann.Die Wünsche zweier Personen zu erfüllen, und den doppeltenAufwand zu bestreiten, welchen Stand oder genommenes Vor-urtheil fordern.
Dies ist des Luxus gefährlichste Seite. Hier ist's, wo er dasmeiste Gift in die Reihe der Familien, in die Lebensfreuden edlerMänner und Jungfrauen gießt. Er zerreißt der Natur heiligeOrdnungen, widerspricht ihren schönsten Trieben, löset die edel-sten Wünsche beglückt sein könnender Wesen in Seufzer auf, undmißbraucht die heiligen Triebe der Natur zu unnatürlichen Lüsten,oder zu gesetzlosen, Gesundheit und Familicnwohl verpestende»