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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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trifft auch unabwendbar das Haupt des Andern. Sie theilenSegen und Fluch, die Freude und L<e Thränen, den Ruhmund die Schmach, den Wohlstand und die Dürftigkeit. Siegehören einander, wenn ihnen Niemand mehr gehören will.Sie wandeln mit einander die gleiche Straße, und erst an denKlippen des Trabes scheitert ihr unauflöslicher Bund für dieseWelt. Selbst die Bande, welche Brüder und Schwesternvereinen, selbst die Bande, welche Aeltern mit ihren Kindernzusammenknüpfen, sind weder so gewaltig, noch so dauerhaft, wieder Ehe heiliges Band. Der Jüngling tritt aus dein Vaterhauscin die stürmischen Verhältnisse der Welt hinaus. Er wird selbstMann. Kein Vater schützt, keine Mutter tröstet ihn mehr. Ersieht die Greise zu Grabe gehen. Sein Trost ist das auserwählteWeib sc-ines Herzens. Ihm gehört es allein an. Für diesessorget, arbeitet, wirkt und lebt er. Und das Weib hat für ihnVater und Mutter verlassen. Er ist ihm nun allein, was sonstAeltern waren; ihm hanget es an, und empfängt aus seinerHand Gluck und Elend, wie er es seinerseits durch die Hand derGattin empfangen muß.

Folgenreich ist diese Verbindung, wie kaum eine andere.Aus ihr entspringt der meisten Sterblichen höchstes Erdenwohlund höchstes Leiden. Der erwachsene Mensch, getrennt von demHerzen der ersten Jugendfreunde, ausgegangen aus dem hcimath-lichen Kreise der Geschwister und Aeltern, bauet nun selbst seinhäusliches Glück. Hausfrieden macht ihn, und mag das Schicksalnoch so sehr von außen wüthen, selig; häuslicher Unfrieden machtihn elend, und wäre er noch so angesehen und mächtig vor Andern,gepriesen von allen Zungen, mit Reichthum überschüttet, wieKeiner. Der Mensch beginnt im Stande der Ehe ein neuesLeben. Er steht nicht mehr allein auf Erden. Mit sanftenBanden ist er an die Verhältnisse des Lebens unauflöslichgeknüpft. Vater- und Mutterfreuden, keinen andern Lebens-freuden ähnlich, werden empfunden; Vater - und Mutterforgen,keinen andern ähnlich, werden getragen. Die Gegenwart wirdwichtiger, die Vergangenheit lehrreicher, die Zukunft anziehender,als sonst.