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21.
Die Ehe.
Erster Abschnitt.
Matth, ls, 4—6.
Wie viele schöne / sanfte / edle TriebeEntquellen nicht der ehelichen Liebe/
Damit durch sie/ von Volk zu Volk/ die ErdeGesegnet werde!
Nur darum sollten hier aus einem BluteWir all' entspringen/ all' aus einem Blute;
Daß wir zu Gottes Kindern schon auf ErdenVereinigt werden.
A)on allen Verbindungen, welche Menschen mit Menschen imLeben knüpfen, kenne ich keine, die ehrwürdiger, wichtiger undsegenreicher wäre, als die Ehe.
Ehrwürdig ist sic, denn sie ward von der Gottheit selbstangeordnet. Die älteste Urkunde des menschlichen Geschlechtserzählt uns die Schöpfung des Mannes und Weibes, und ihreVerbindung durch die Hand Jchova's. (l.'Mos. 2, 18.) Erlegte in die Natur der Sterblichen den ewigen und heiligen Triebzu gegenseitiger Vereinigung. Jedes Geschlecht ehrt in demandern Vorzüge, welche ihm mangeln; des Weibes holde Sanft?muth und zartere Empfindung milden des Mannes Ungestümund Trotz, so aus dem Gefühle seiner Kraft entspringen; desMannes Stärke und Much beschirmt des Weibes Schwäche.Geleitet von den heiligen Naturtrieben nähern sich Jünglingeund Jungfrauen, und aus ihrer Liebe blühet die Ahnung desGöttlichen auf. Alle Völker feiern mit Ehrfurcht die Stiftungder Ehe; allen ist sic und ihr Recht ein unantastbares Heiligthum.
Wichtig ist diese Verbindung, wie kaum eine andere jemalssein mag. Es ist die innigste, welche geschlossen werden kann.Die Vermählten haben ihr Lebcnsglück zu einem einzigen-gemacht. Sie sind sich durch Natur die vertrautesten Freunde.Das Schicksal, welches über dem Haupte des Einen schwebt.