Druckschrift 
1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
200
Einzelbild herunterladen
 

L00

!and. (Ephes. 5, 23 u. f.) Der Mann ohne Religion, demGottheit, dem Ewigkeit ohne Bedeutung sind, ist jeder Schand-that, jedes Betruges, er ist des Ehebruches fähig; fähig, Weibund Kind zu verrathen, zu verlassen, ins Elend zu jagen. DasWeib ohne Religion ist ein werdendes Ungeheuer, eine unzuver-lässige Stütze des Gatten, schon vor dem Traualtar von ver-dächtiger Treue! Die Elende, in deren Gemüth kein Gottwohnt, kann nie einen Mann lieben, sondern nur ihr augen-blickliches Gelüst; sie bringt Rohheit in die Freude, und Ver-zweiflung in den Schmerz.

Nie sollen ist ihnen das Heil ihrer Tage theuer Neu-verehlichte gleichgültig auf diesen Gegenstand blicken. Dennwenn der Andere keinen Gott mir Andacht liebt, keine Ver-geltung der Ewigkeit fürchtet: was kann den binden? was ihnschrecken? was ihn bleibend begeistern? Und wären in demEinen religiöser Sinn und Gefühl zum Theil oder ganz erloschen:so entzünde der Andere nach und nach den Funken wieder durchWort, durch Beispiel und That. Mächtig wirkt der Umgang.Durch die Länge desselben nimmt unvermerkt Eins des AndernGesinnungen und Grundsätze an, und hält für eigene Ueber-zeugung, was manchmal nur Frucht der Gewohnheit ist. Sokann ein religiöser Mensch nach und nach auch in demjenigen,der der heiligsten Wahrheiten spottete, den erstorbenen Glaubenwieder beleben. Erst so steht das Lebensglück gegen alle Stürmefest gegründet. O wie herrlich, mit eincrLiebe durchs Leben,mit einer Hoffnung in den Tod zu gehen.

Ihr, die ihr hintretet, den Bund der Vermählung vor-dem Allgegenwärtigen zu schwören, beherzigt wohl: es ist derBund der Treue, des Trostes, des Beistandes in den Stundendes blutigsten Leidens, des grausenvollsten Verhängnisses!Sie werden kommen, die Tage der Thränen von eurer Weis-heit hängt es ab, ihre Schrecken zu besiegen. Aber ohne Glau-ben im Leben, ohne Liebe in der Ehe, ohne Hoffnung im Todeist kein Sieg!