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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
199
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kein Tod mehr bricht, und in der Ewigkeit fortdauert. Wehe,wer vor dem Andern Geheimnisse hält! Diese haben schonoft, selbst wenn sie aus Liebe, aus zärtlicher Schonung des An-dern nicht mitgetheilt wurden, den ersten Grund zu den schauder-haftesten Mißverständnissen gelegt. Lieber offenbare sichEins dem Andern, sollte auch das Entdecken dessen, was mangern verhehlen möchte, dem Andern im ersten Augenblicke unliebsein. Mittheilung hindert größere Uebel, und versüßt selbst dasBittere, mildert selbst die Schuld, und macht wenigstens dasAllergefährlichste in einer Ehe unmöglich, daß Fremde sichzwischen Gatten stellen. Was Beider Geheimniß und An-liegen ist, werde nie Sache und Mitwissenschaft eines Dritten.In dieser Hinsicht sollen selbst Vater und Mutter wie Fremd-linge dastehen, die in das Heiligthum ehelicher Vertrautheit ein-zudringen kein Recht haben. Die Ruhe des Lebens, der Friededes Hauses entflieht, wo Gatten sich einander nicht selbst genugund nicht Alles sind, wo eine andere Person sich zwischen siedrängt!

Kein Geheimniß unter den Gatten! Man weiß nicht, wozuDer den Andern berechtigt, welcher sich erlaubt, ihm etwaszu verbergen. Wo Einer in seinem Herzen verhehlt, was derAndere nicht wissen darf, da ist nicht Einheit mehr, da istschon eine Art Trennung und Fremdhei t. Auch im Scherzsoll man sich davor hüten; auch im Scherz nicht über einemAbgrund tändeln, dessen Tiefen ja Niemand kennt.

Wo gegenseitige Offenherzigkeit, innige Vertrautheit besteht,da wird, da muß Liebe mit jedem Jahre wachsen, da wird , damuß Jeder auf eigene Reinheit bedacht sein. Diese ReinheitVermehrt die gegenseitige Hochachtung, und diese Hochachtungist die Duelle neuer Liebe.

Und endlich das Heiligste, die Grundlage aller ehelichenGlückseligkeit, das Wichtigste, ohne welches jede Ehe schlechter-dings unglücklich werden muß es ist Religiosität. Auchdie Ehe ist dem Verhältnisse des Christen zu Christo ähnlich, ja,damit eins. Der Mann ist des Weibes Haupt, gleichwie auchChristus das Haupt der Gemeine, und er ist seines Leibes Hei-