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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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ihr Aeltern, die ihr die Erziehung eurer eigenen Kinder schonvollendet habet, ihr habet euer Geschäft auf Erden noch nichtvollendet. Ihr seid euer Wort, euer Beispiel noch der umnündiqenJugend schuldig, die euch aus fremden Wohnungen beobachtet.Dienstboten, ihr seid nicht bloß Knecht und Magd der Herrschaftin häuslichen Verrichtungen; ihr habet noch heiligere Pflichten.Ihr seid in euer« Reden und Handlungen dein Richter derWelt verantwortlich, der die Unschuld liebt, und das Schreckens-wort ruft: Wehe dem, durch welchen Aergerniß kommt! IhrEinheimischen, ihr Fremdlinge, ihr Greise, Jünglinge, Jung-frauen, ihr seid euch nicht bloß euerm Hause, eurer Familieschuldig, sondern der Jugend und Unschuld jedes Kindes, daseuch beobachten kann. Ihr traget, oft ohne cs zu wissen, zurErziehung desselben bei. Niemand steht in der Welt ganz einsam;denn alle Menschen sind unter einander durch Pflichten ver-wandt, und durch oen gemeinschaftlichen Schöpfer und Vaterim Himmel. Es ist das menschliche Geschlecht hienieden einEinziges und Ganzes. Wehe dem, der einen Theil desselbenvergiftet; wehe dem, der mit Bosheit oder Leichtsinn in dieBrust eines ihm auch noch so fremden Kindes den Keim derJrreligion oder des Lasters senkt!

Ja, auch Kinder schon sollen ihre Religion haben. Wasist denn Religion? Ist es nicht der Inbegriff von heiligen Ver-pflichtungen, welche wir gegen Gott, gegen Mitmenschen undgegen uns selbst haben; Verpflichtungen, die aus der Erkenntnißeines Gottes und der Liebe zu ihm entspringen? (Matth. 22,.17 40.) Wer ist denn ein Christ? wen nennt Jesus denSeinigen? Nur wer den Willen thut meines Vatersim Himmel, derselbe ist mein Bruder, Schwesterund Mutter. (Matth. 12, 50.)

Also können und sollen auch die Unmündigen schon Religionhaben. Das erste in ihnen erwachende Gefühl von Ver-.pflichtungen ist das erste Erwachen der Religion in ihrer Brust.Religion ist ihre erste Liebe zur Mutter, zum Vater, zu denGespielen der Kindheit. Das holdselige Lächeln des Säuglings,