Druckschrift 
1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
179
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Mit dem er die theure Mutter begrüßt, ist der erste Funke, dieerste Sprache seiner Religiosität.

Noch ahnet der Säugling nicht die Größe und Wunder-barkeit der Schöpfung; noch weiß er nichts vom Dasein des überihn waltenden Gottes aber schon kennt er das theure, ihmmähe Aelternpaar, und das Gefühl der Liebe, der Dank-barkeit, der Zuversicht ist die Quelle seiner Religion. Einehöhere Liebe, eine höhere Dankbarkeit, eine höhere Zuvrrsichtträgt er einst von den irdischen Aeltern zur Gottheit über.Was an der Mutterbrust Heiliges in seinem zarten Herzenentglomm, das lodert einst als Flamme der Andacht vor GottesAltären.

Aeltern, welche also die Liebe ernähren in des KindesHerzen, ernähren in demselben schon die zarten Keime derReligiosität, die Keime des Höchsten und Heiligsten, was derSterbliche empfinden kann. Denn Gott ist die Unendlich-keit aller Liebe, und wer in der Liebe ist, der ist in Gott.<1. Joh. 4, 16.)

Es ist für das ganze Leben entscheidend, wenn dem Kindeschon früh die einfachsten Grundwahrheiten der Religion ein-geflößt werden; wenn es gleichsam schon mit der Muttermilchedlere Gesinnungen einsaugt; wenn es sich schon beim erstenErwachen des jungen Verstandes in Verbindung mit der Gott-heit erblickt; wenn es in seinen Aeltern schon Gott stieben lernt;wenn es schon von Offenbarungen eines künftigen Daseins weiß,-ehe es noch den Werth und Zweck seines irdischen Daseins ganzbegriffen hat.

Denn es gibt viele Vorstellungen, die mit uns durchwachsensein müssen, und von denen wir uns so wenig als von unsselbst losreissen können, wenn sie in ihrer ganzen Wohlthätigkeitauf uns wirken sollen. Zu dergleichen Vorstellungen gehörenauch die der Religion.

Alle andere Vorstellungen und Wahrheiten, die wir in einemspäter» Alter einsammeln, oder durch eigenes Nachdenken finden,sind gewissermaßen nur geliehene, uns immer fremd bleibendeSchätze. Wir haben sie im Fall der Noth nicht immer sogleich