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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
176
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sie blieben, wie sie waren. Die Religion blieb zuletzt immer nurein Spiel ihrer Einbildungen, ein seelenloses Gewohnheitswerk,das man um des Wohlanständigen willen beachtet, ein äußereliches Thun, ein Hände - und Lippenwerk, von dem das Herznichts fühlt. Solche Menschen sind es nun, welche theils dieReligion in sich selbst verächtlich darstcllen, theils alle Religionüberhaupt verwerfen möchten, weil sie ihre ersten, kindlichenEinbildungen nicht haltbar finden. Darum führe man dieschwache, leichtsinnige Jugend nicht früher in die Vorhöfe desChristcntbums, bis sie im Stande ist, das Erhabene der Offen-barung zu ehren, und das Göttliche zu empfinden.

Es läßt sich nicht läugnen, Vieles von dem, was in dieserWarnung liegt, ist eine durch vielfältige Erfahrung bestätigteWahrheit. Aber doch muß inan auch denjenigen Aeltern undErziehern beistimmen, welche auf der andern Seite davorwarnen, Kinder nicht allzuspät mit den Rcligionswahrheitenbekannt zu machen, weil das, was man in spätern Jahren ersterlernt, selten so tief in das Gemüth eindringt, selten so festeWurzel schlägt, als was wir gleichsam schon mit der erstenMuttermilch eingesozen haben.

Wenn denn also Gefahren auf beiden Seiten liegen, somuß doch ein Mittelweg vorhanden sein, auf welchen! wir ihnenausweichcn können. Es muß ein Mittelweg vorhanden sein,auf welchem wir die Vortheile beider Denkarten wohlthätig ver-einigen können.

Und diesen heilvollen Weg will ich suchen, und Du, meingöttlicher, Du, mein beständiger Führer, Jesus Christus,wirst ihn mir mit unfehlbarer Sicherheit zeigen. Ich höreDeinen liebevollen Ruf an das Jugendherz: Lasset dieKiydlein zu mir kommen, und wehret cs ihnen nicht!

Jesus selbst also ruft die Kinder zu sich. Er ist auch ihrBruder, ihr Lehrer, ihr Seligmacher. Er ruft sie; warumsollen wir es ihnen verwehren, mit kindlicher Liebe auf ihn undGott, ihren unsichtbaren Vater, zu schauen? Warum will sichunser klügelnder Verstand zwischen sie und Gott drängen ? Warumsollen wir ihnen Gottes Herrlichkeit verschweigen, weil sie mit