leicht ist's dem Armen, mäßig, dem Gewaltlosen, demüthig,dem Unbekannten, bescheiden zu sein. In ihm ist Christussinn,denn sein Reich ist ja nicht von dieser Welt, seine Schätzesammelt er nicht für den Genuß im kurzen Erdenraum. Erist- glücklich, weil er beglücken kann; er wäre elend in seinemWohlstände, wenn er nicht fähig sein könnte, durch denselbeneinen Himmel um sich zu verbreiten.
Heil euch, ihr Edeln, ihr Seltenen, denen Gott vorzahllosen andern Mitmenschen Vorzüge gab, die ihr aber nichtzu euern, sondern zu Vorzügen der Mitbürger machet! Euerist das Himmelreich! Und wie ihr euern Miterschaffenen einenHimmel bereitet, so wird er euch wieder gegeben werden. DasGlück des Reichthums ist eine der schönsten aller Erdenseligkcitcn.Den Reichthum gibt uns Gott, das Glück desselben müssen wiruns selbst bereiten.
Und wer wäre denn in der Welt so ganz arm, daß er sichnicht auch dieses Glück verschaffen könnte? Um cs zu gewinnen,lerne der Reiche in seinem Reichthum arm sein, und der Armewerde in seiner Armuth reich durch Vcrzichtleistung auf das min-der Nothwendige. So hat er auch Mittel, Wohlsein und FreudeAndern zu gründen. Brachte doch die dürftige Witlwe freudigihr Scherflcin zum Gotteskasten. Auch sie war reich in ihrerArmuth, und empfand das Glück des Reichthums!