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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
159
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schelten oder loben, zuverlässig. Denn Jeder mißt den Werthves Andern mit ein-mr selbstgeschaffencn, willkürlichen Maßstabe.Der Eigennützige schilt den Reichen einen Verschwender, dereinen seinem Stande gemäßen Aufwand macht; der Unwissendetadelt ihn, wenn er einen großen Theil, des Vermögens zurBeförderung der Wissenschaften oder nützlicher Anstalten ver-wendet; der Prasser findet es thöricht, statt seine Einkünftefür Wohlleben und Pracht zu verwenden, sie zu Entdeckungwichtiger Kenntnisse zu gebrauchen.

Nur Gott richtet gerecht. Er kennt den Gedanken und Willendessen, dem er ein beträchtlicheres Eigenthum und größere Machtauf Erden verliehen. Nur Gott hat ihn allein zu richten, dener zum Haushalter über mehr setzte, als Andere. Er wird ihnzur Rechenschaft fordern und zu dem Einen sprechen: Ich habedich über Weniges gesetzt, nun will ich dich, o getreuer Knecht,über Vieles anordnen; und dich, o Ungetreuer, den ich überVieles angestcllt habe, erwartet eine strenge Rechenschaft. JederWohlhabende in der Welt, welcher den ehrenvollen Namen desWeisen un-2 Christen verdienen will, betrachtet sich in der Thatnicht als wirklichen und bleibenden Eigenthümer der ihm zu-gefallenen Glücksgüter, sondern nur als den von Gott für einenkleinen Zeitraum vervrdneten Verwalter derselben. Wer könnteauch thöricht genug sein, das, was er in der üblichen Sprachedes gemeinen Lebens sein Eigenthum nennt, für wirkliches Eigen-thum zu halten? Er trat nackt und bloß in die Welt, noch ärmerscheibet er wieder aus derselben ab. Was er besaß, war nurein göttliches Darlehen. Es bleibt zurück. Alles, was wir heutebesitzen, war schon das Eigenthum der Vorwclt, und wirdwieder, wenn unsere Gebeine längst verweset sind, Eigenthumnachfolgender Geschlechter und künftiger Jahrtausende werden,die uns so wenig kennen, als wir die ehemaligen Besitzer unsersHabes alle kennen. Was die Erde hatte, bleibt der Erde.Die Summe desselben vermehrt und vermindert sich eigentlichim Ganzen nicht, sondern wechselt nur von Hand zu Hand,in einzelnen Theilen bald größer bald geringer. Jeder Sterb-liche empfängt für einige Jahre davon durch Gottes Güte