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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
158
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aufopferten? So wären sie arm, und die Armen, ungewohntdes Ueberflusses, ständen als vielleicht noch schlechtere Verwalterdesselben bereichert an der Stelle der Begütertgcwcsenen. WennJesus sagt: es ist schwer, daß ein Reicher in das Reich Gotteskomme! wollte er nur die Gefahren und Hindernisse bezeichnen,welche durch den Reichthum gegen die Veredelung des Geisteserwachsen; aber daß nicht auch Tugendhaftigkeit und Frömmig-keit mit Reichihum und Macht vereinbar wäre, daran hatteChristus nicht gezweifelt. War David nicht einer der mächtig-sten und reichsten Fürsten der Welt gewesen, und doch einesfrommen, gottliebenden Gemüthes? Daher war es thcils Miß-verständniß, theils übertriebene Andacht, wenn ehemals sowohlFürsten als »ermögliche Unterthanen ihre Besitzungen veräußer-ten, um in freiwilliger äußerer Armuth des Himmels um sogewisser zu sein. Daher ist's noch heute tadelnswürdig, wennFrömmler oder Schwärmer voll mitleidigen Stolzes, oder wohlgar voll verächtlichen Hasses, jeden Reichen für einen unfähigenNachfolger Jesu, und den Besitz des irdischen Mammons selbstfür eine Sünde halten. Nicht das, was Gott, der Herr, demMenschen gegeben, ist unrein, sondern was das Herz davonzum Bösen mißbraucht.

Auch nicht der Mensch ist Richter über die Art, wie der mitGlücksgütern vorzugsweise Gesegnete die empfangenen Gabenverwendet, so lange die Verwendung nicht offenbar zum Nach-thcil der bürgerlichen Ordnung, der Gerechtigkeit und gutenSitten geschieht. In diesem Fall ist es der Obrigkeit, die Ge-walt hat, Pflicht, schändlichen Mißbrauch des Vermögens zuverhüten oder zu strafen. Aber wohin weder Gewalt nochMacht bürgerlicher Obrigkeiten geht, da steht Gottes Macht.Es ist inzwischen ein sehr gewöhnlicher Fehler der Minder-begüterten, daß sie die Denkart und den Vermögensgcbrauch derReichern tadeln, so wie überhaupt diejenigen gern zum Gegen-stände ihrer Bemerkungen machen, welche im gemeinen Lebrndurch irgend einen äußern Umstand Auszeichnung genießen.Aber diese Beurtheilungen, wenn auch nicht immer von Ein-mischung neidischer Gefühle vergiftet, sind selten, sie mögen