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damit ich das Loos, welches Du mir auf Erden beschicken hast,auf eine Deinen hohen Ansichten, Deiner Vatcrgütc, meinerMenschenwürde angemessene Weise anwende. Wenn ich einenleisen Wunsch zu Dir emporstammeln darf, ach Vater, so gib,daß ich gleich fern vom Ueberslusse des Reichthums, wie vondrückender, kummerreicher Armuth bleibe. Desto leichter werdeich den Gefahren ausweichen im edeln Mittelstände, die inArmuth oder Reichthum mit dem Glück meiner Seele verknüpftsind. Aber wie? ist der edle Mittelstand immer edel? Oder ister cs nicht vielmehr erst durch die Tugend, welche ihn adelt?O wie oft gibt eben dieser Mittelstand, den ich preise, dasgrausenvolle Schauspiel, daß sich in der gleichen Familie, indem gleichen Herzen die Laster des Reichthums und der Armuthpaaren: Verschwendung mit Bettelei, Rohheit und Ueppigkeit,Hochmuth und Tyrannei mit knechtischer Abhängigkeit. Ist nichtmancher Arme ein Muster des Edelmuthes, mancher Reiche einMuster bescheidener Tugend?
Nein, Vater, ich wage keinen Wunsch. Armuth wie Reich-thum sind Mittel zur Seligkeit, wie zum Verderben. Oer Menschist es, welcher aus der gleichen Pflanze , die Du an seinemLebenspfade blühen lassest, Balsam und Gift bereitet. AmMenschen liegt cs, wenn er nicht auch bei geringem, Gutelieber fluß, und im Ueberfluß nicht Demuth und Mäßigungbesitzt. Ich wage keinen Wunsch, o Vater, Du weißt es ambesten, was mir zum Frieden dient. Walte Du; jede meinerBitten ist thvricht, und quillt aus ungenügsamen, Herzen, welchesMangel an Zufriedenheit hat.
Gib uns unser täglich Brod, und vergib uns unsere Schul-den. Preis und Ehre und Anbetung sei Dir, o Du Versorger undAllbeglücker, o du Alleinweiscr, von nun an in Ewigkeit! Amen.