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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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witzigen Einfällen, die er in den Schriften vermeintlicher freierDenker gefunden. Sein Rang, sein Vermögen scheinen ihn vomgewöhnlichen Glauben des Volks zu entlasten. Seine Vielwissereigilt ihm für gründliche Einsicht. Gcoffenbarte Religion ist ihm,ehrenhalber schon, ein Mährchen; die Verkündiger derselben sindihm Betrogene oder Betrüger; er gefällt sich, sie mit den volks-leitenden Priestern des Heidenthums zu vergleichen.

Doch ohne Religion will er nicht sein. Er fühlt das Bedürfnißdes Geistes. Er wird also Stifter seines eigenen Glaubens,aber eines bequemen Glaubens, denn Alles hat er bequem undseinem Willen gemäß. Er will einen Glauben, wie er der ver-nünftelnden Sinnlichkeit zusagt, das heißt, welcher ihm einigemenschliche Schwächen, einige menschliche Leidenschaften zu guthalt, die man eines bloßen Gedankens wegen nicht gern fahrenlassen mag. Aber Vielwissern ist nicht Kenntniß, und Träumereikein Glaube. Unfähig, den Unterschied oder die Einheit vonnatürlicher und geoffenbarter Religion einzusehen, tändelt ermit Spitzfindigkeiten oder Einbildungen, bis das Leben aus-genossen, und der unbefriedigte kraftlose Geist nahe ist, vomwelkenden Leichnam zu scheiden. Dann wird der bisherigeWeltweise zum thörichten Frömmler, zum knechtischen Beterau sAngst und einem unüberwindlichen Gefühle von Reue; erbetrügt sich aber jetzt eben so sehr mit der Kirche, als sonst mitseiner Weisheit, und wird durch die Bekehrung kein wahrerChrist, so wenig er es vorher gewesen.

Dies ist ach, nur zu oft! der innere, geheime Lebens-lauf unzähliger von denen, welche sich durch Rang und Ver-mögen über die Mittelwelt erhaben wähnen, Reichthum fürVerdienst, Geburt für edlere Natur halten, und Alles als Vor-urtheil und Erziehungsgrille verwerfen möchten, was Christen seitJahrhunderten bekannten, die größten Weisen ehrten. Darumsprach nicht vergebens unser göttlicher Lehrer: Es ist leichter,daß ein Kameel durch ein Nadelöhr gehe, als daß ein Reicherin das Reich Gottes komme. Denn eben der Reichthum ver-schließt in sich das gefahrvolle Gift für das unverdorbene Gemüth,so wie man gewohnt ist, in der Weltgeschichte ganze Nationen