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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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endlich schwerer, als in den dürftiger,: Ständen.Denn dort gesellt sich zur ohnehin lauten Eigenliebe, die auchselbst im Bettler gern das Wort führt, die übliche Schmeichelei.Man ist gewohnt, um den Andern Anstands halber etwasVerbindliches zu sagen, unbedeutenden Eigenschaften großeWicht^kcit zu geben, Fehler gering darzustellen, und irgendeinen guten Einfall, irgend eine löbliche, wenn gleich verdienst-lose Handlung über Alles zu erheben, als wäre sie Abglanz derbewundernswürdigsten Tugend. Wenn der Geschmeichelte nochso viel Wahrhaftigkeit des Gefühls hat, um einzusehen, daß ergetäuscht werden solle, läßt er sich doch gern täuschen, weil esihm wohl thut, weil seine Eigenliebe ihn versichert, daß er dasLob in vieler Hinsicht verdiene, weil er überhaupt an sich irreist, und seinen Werth und Unwerth zu wenig kennt.

Wenn zu solchen die erschütternde Stimme des göttlichenWortes redet: mit welchen Empfindungen mögen sie cs ver-nehmen? Ach, mit jener Bestürzung und Verlegenheit, wie derreiche Jüngling, als Jesus zu ihm sprach: Willst du vollkommenwerden, so sei dir kein Crdengut zu theuer! Gehe hin, ver-kaufe deine Güter, gib sic den Armen, und folge mir nach!

Reichthum, Wohlleben und Mühelosigkeit er-zeugen unfehlbar Erschlaffung des Gemüths. An-haltende Ruhe vernichtet jede Kraft, ohne welche weder Größeder That, noch die Tiefe der Erkenntnis möglich ist. Daher,so wie aus der mitwirkenocn falschen Art des Unterrichts,pflegt selten bei den Kindern der Begüterten ein gründlichesWissen statt zu finden, ausgenommen in der Kunst, die zurErwerbung von Ansehen und Vermögen dient. Aber was indiesem Kreise nicht eingeschlossen liegt, die höhen: Ansichtendes Lebens, die Verhältnisse des Menschen zur Welt überhaupt,zu Gott, zur Ewigkeit, bleiben ihnen gewöhnlich fremd undverworren. Während der Leidende, der Dürftige, der Menschim Kampfe des Lebens zu diesen höher:: Betrachtungen als letztemTrost und letztem Stolz des Geistes hingedrängt wird, machtder Weichling, so lange ihn das Glück anlächelt, daraus einenGegenstand müßiger Forschelei, oder.begnügt sich mit einigen