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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
141
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Er ging verachtet und verkannt, aber Fürsten beten ihn heutevoll Andacht all; er hatte oft nicht, wohin er sein Haupt legte,aber reich genug war er, dem inenschlichen Geschlecht einenganzen Himmel zu schenken. Also Jesus! Auch seine Schülerund ersten Boten an die Welt erkor er nicht aus den Geschlech-tern der Reichen, aus den Söhnen der Herrscher und Großen,sondern er wählte stc aus dem niedrigen Stande der Armuth,weil hier innere Kraft am unverzärtektstcn und reinsten vor-handen ist. Der begüterte Jüngling bebte vor der Nachfolge desGottmenschen zurück, der ihm gebot, arm an Gütern, reich anTugenden zu werden: aber ein Petras, ein Paulus traten macht-voll und groß bei ihrer Armuth unter die Völker ihr Wortstürzte die Tempel der Heiden, ihr Arm gründete die Kirche Christi.

Wer die Kunst versteht, reich zu fein in der Armuth, wieJesus, wie die Apostel, wie die meisten Tugendhaften der Ver-welk waren, der ist auch vor den Gefahren der Armuth geborgen!Nur daraus entstehen alle nachthciligcn Folgen der Dürftigkeit,daß derjenige, welcher sie leidet, nicht weiß, wahrhaft reich zusein. , Eben weil der Unbcgüterte gewöhnlich zu sehr Sklaveseiner Thiernatur ist, um das Entbehrliche zu entbehren; ebenweil er Bequemlichkeiten, gute Kleider, köstliche Nahrung, kost-spieligere Lustbarkeiten will, wird er Müßiggänger, wird er Dieb,Betrüger, Räuber, und dem Staat zur Last, dem Bürger einGegenstand der Verachtung. Er ist arm, weil er nicht weiß,in aller Güterlosigkcit reich zu sein. Indem ich aber von demGlück des Dürftigen rede, welcher cs zu ergreifen versteht, kannich nicht anders, als auch die Vorzüge mir ins Gedächtnis;rufen, welche der Tugendhafte bei aller äußern Armuth vorden reichsten seiner Mitbürger hat; Vorzüge, die ihm ohnesem Zuthun zu Theil werden. Denn wo ein Mangel ist, zudem legte, als Ersatz, die Hand des weisen und gütigen Vatersim Himmel auch wieder ein Gutes, so daß der Niedere keineUrsache hat, den Hohen, und der Unbemittelte den Mittel-reichen über Verdienst zu preisen. Dem Armen blühen da dieschausten seiner Freuden, wo der Reiche Elend vermukhet. EineKlein gkeit beglückt den Dürftigen mehr, als den Neichen die